Kinofilm "Verleugnung": Der Holocaust vor Gericht

Kinostart von "Verleugnung": Der Holocaust vor Gericht

"Verleugnung" rollt den Prozess gegen Holocaust-Leugner David Irving auf.

Vor 17 Jahren begann ein Prozess, der Geschichte schrieb: David Irving hatte die US-Historikerin Deborah E. Lipstadt wegen Verleumdung verklagt. In ihrem Buch "Betrifft: Das Leugnen des Holocaust" hatte sie den britischen Geschichtsautor als Antisemit und Holocaust-Leugner bezeichnet.

David Irving war durchaus ein Mann von Reputation, bis er sich zum Hitler-Verehrer wandelte und zu einem der prominentesten Vertreter der internationalen rechten Szene aufstieg. In seinem dokumentarisch anmutenden Polit-Drama "Verleugnung" hat Regisseur Mick Jackson ganz zurückhaltend diesen Prozess mit einer hochkarätigen Besetzung verfilmt, in dem Moral, Geschichte und Justiz aufeinanderprallen - was nicht selten ungläubiges Staunen, Schrecken und Entsetzen hervorruft: Lipstadt muss beweisen, dass ihre Behauptungen wahr sind - kein leichtes Unterfangen.

"No Holes, No Holocaust" war eine der erschütterndsten Schlagzeilen nach einem Prozesstag, bei dem Irving behauptet hatte, dass es in dem Konzentrationslager Auschwitz nicht zur Massenvernichtung gekommen sei, da es im Krematorium Nummer 2 keine Löcher gegeben habe, durch die die todbringenden Zyklon B-Kristalle hätten eingeleitet werden können. Timothy Spall ("Mr. Turner - Meister des Lichts") verkörpert brillant diesen sich in seiner selbstgefälligen Arroganz sonnenden Mann, der sich vor Gericht selbst vertritt. Wie diese Selbstsicherheit aber immer brüchiger wird und Irving in sich zusammenfällt, ist mit Kunst vorgebracht.

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Mick Jacksons "Verleugnung" ist ein starkes, ein wichtiges, ein aufwühlendes und dabei auch noch überaus spannend inszeniertes Gerichtsdrama.

Verleugnung, Großbritannien/USA 2016 Regie: Mick Jackson, 1 10 Min.

(dpa)