Nach Blutbad bei "Batman"-Premiere: In Hollywood herrscht Entsetzen

Nach Blutbad bei "Batman"-Premiere : In Hollywood herrscht Entsetzen

James Holmes hat die Welt schockiert . Er stürmte am Freitag in ein Kino in Aurora, Colorado, und schoss wild um sich. "Ich bin der Joker", schrie der 24-Jährige dabei. Die Traumfabrik Hollywoods ist entsetzt über das Blutbad.

Als Vorlage für seine Tat diente ihm anscheinend der "Joker", ein bekannter Bösewicht der Batman-Filme. Als Tatort für seinen Massenmord suchte er sich die Premiere des neuen Batman-Films "The Dark Night Rises" in seinem Heimatort aus.

Zwölf Menschen kamen beim Amoklauf von James Holmes ums Leben. 59 wurden schwer verletzt. Regisseur Christopher Nolan reagierte umgehend. In einer Mitteilung drückte er seine "tiefe Trauer" über die Tat aus. Im Namen der Schauspieler und Mitwirkenden von "The Dark Night Rises" sprach der britisch-amerikanische Regisseur von einer "sinnlosen Tragödie", berichtete das US-Branchenblatt "Hollywood Reporter".

"Das Kino ist mein zu Hause. Die Vorstellung, dass jemand diesen unschuldigen und erwartungsvollen Ort derart brutal entweiht, ist einfach verheerend", führte Nolan weiter aus. Die Europa-Premiere in Paris wurde ebenso abgesagt wie Promotion-Termine mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur in Tokio und Mexiko-Stadt. In Deutschland wird der Film wie geplant am 26. Juli an den Start gehen. Zur Zeit werden Gespräche geführt, ob die Sicherheitsvorkehrungen in den Kinos verschärft werden.

Auch Batman-Darsteller Christian Bale ist entsetzt. "Worte können nicht das Grauen ausdrücken, das ich empfinde", erklärte Bale nach der Tat. Er könne sich nicht einmal ansatzweise den Kummer und den Schmerz der Opfer und der von ihnen geliebten Menschen vorstellen, aber sein Herz sei bei ihnen, erklärte der Mime weiter. Er und seine Schauspielkollegen des Films stehen vorläufig für keine öffentlichen Auftritte zur Verfügung.

Nach der Tragödie steht nun die Premiere eines weiteren Films auf der Kippe. In dem Streifen "Gangster Squad" mit Sean Penn, schießt eine Gruppe von Gangstern durch die Leinwand auf das Kinopublikum — eine seltsame Ähnlichkeit zum Blutbad von Aurora. Die Werbemaßnahmen für den Film wurden bereits eingestellt. Der Start ist unklar.

James Holmes sitzt nun in Untersuchungshaft. Bislang schweigt er zu seiner Tat, die so viele Fragen aufwirft. Ihm droht die Todesstrafe. Seine Wohnung, die er zuvor mit Sprengsätzen versehen hat, wird weiter untersucht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Todesschütze von Aurora vor Gericht

(pst)
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