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Golden Globes: Birdmann trotz sieben Nominierungen der Verlierer

Golden Globes 2015 : Viele Verlierer — aber endlich gewinnt Kevin Spacey

Wenn die Golden Globes wirklich so etwas wie ein Stimmungsbarometer für die Oscars sind, dann dürfte die Laune bei manchen Filmschaffenden ziemlich im Keller sein. Bei der Preisverleihung in Los Angeles gab es mehrere Enttäuschungen – auch wenn davon natürlich keiner reden will.

Wenn die Golden Globes wirklich so etwas wie ein Stimmungsbarometer für die Oscars sind, dann dürfte die Laune bei manchen Filmschaffenden ziemlich im Keller sein. Bei der Preisverleihung in Los Angeles gab es mehrere Enttäuschungen — auch wenn davon natürlich keiner reden will.

Allen voran die Macher von "Birdman" dürften wenig amüsiert darüber gewesen sein, im Vorfeld aufgrund von sieben Nominierungen als großer Favorit auf zahlreiche Auszeichnungen gehandelt worden zu sein, schließlich im Beverly Hilton Hotel aber nur zwei Preise bekommen zu haben (bestes Drehbuch, Michael Keaton als bester Hauptdarsteller).

Naturgemäß ist es so, dass bei fünf Nominierungen pro Kategorie nach der Verkündigung der Sieger vier Nominierte lediglich brav applaudieren, und nur einer hoch auf die Bühne darf. Zu den Verlierern des Abends zählen daher Hollywood-Größen wie Edward Norton und Emma Stone (beide für ihre Rollen in "Birdman" nicht ausgezeichnet), Jennifer Aniston ("Cake") und Christoph Waltz ("Big Eyes") sowie Meryl Streep, die sich allerdings daran gewöhnt hat, nicht immer Siegerin zu sein: Sie hält mit 22 Nominierungen den Rekord, allerdings auch den für die meisten Trophäen (fünf).

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Immerhin durfte endlich mal einer den Golden Globe entgegennehmen, der bisher immer nur nett genickt und die Kollegen gelobt hat, wenn die Richtung Bühne schritten: Kevin Spacey. Sieben Mal ging er in den vergangenen Jahren leer aus, dabei hatte er sogar zwei Oscars gewonnen (1996 für "Die üblichen Verdächtigen" und 2000 für "American Beauty").

"Das ist das achte Mal, dass ich nominiert worden bin", sagt er, schaut auf die kleine Trophäe und ergänzte: "Ich kann nicht glauben, dass ich verdammt nochmal gewonnen habe." Im Ton seiner Rolle als Frank Underwood in der Netflix-Serie "House of Cards" gab er an, dass das nun der Beginn seiner Rache sei. "Das ist sehr ermutigend", fügte er schließlich sichtlich mitgenommen hinzu.

Während "Birdman" der Verlierer des Abends war, war "Boyhood" der Gewinner der Veranstaltung. Fünf Mal war der Film von Richard Linklater, den er über einen Zeitraum von zwölf Jahren aufgenommen hat, nominiert, drei Preise gewann der Spielfilm — und damit die meisten. Logischerweise geht der Film nun auch als heißester Kandidat in das Rennen um den Oscar, der am 22. Februar vergeben wird. Im vergangenen Jahr gelang es "12 Years a Slave" nach dem Sieg bei den Golden Globes auch den Oscar zu holen, dessen Nominierungen für dieses Jahr in dieser Woche bekanntgegeben werden.

Immerhin, und das dürfte die Macher von "Birdman" ebenso wie die anderen, die leer ausgegangen sind, trösten. Auch "12 Years a Slave" kam bei den Golden Globes zunächst nicht gut weg, gewann bei sieben Chancen lediglich in der einen, der Königs-Kategorie. Bei den Oscars waren es dann immerhin drei Preise, die an den Film von Regisseur Steve McQueen gingen.

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(spol)