Kino: Gérard Depardieu schiebt eine ruhige Kugel

Kino : Gérard Depardieu schiebt eine ruhige Kugel

Momo hätte es beinahe geschafft, doch seine algerische Abstammung lässt den Traum vom Ruhm platzen. Ein Sponsor droht wegen dessen Herkunft die Unterstützung der französischen Nationalmannschaft im Kugelspiel Boule einzustellen, in der er zum Starspieler aufgestiegen ist.

In "Eine ganz ruhige Kugel" hat der französische Regisseur Frédéric Berthe das brisante Thema Rassismus und das Verhältnis Frankreich und Algerien in eine Komödie verpackt. Der Film, in dem Gérard Depardieu (65) einen Kleinkriminellen mit Herz spielt, ist mit viel Humor angereichert, aber auch mit Klischees.

Momo und Jacky sind dicke Kumpel. Sie schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch und zocken in Südfrankreich Boulespieler ab. Dabei lassen sie es sich bei Pasti und Sonne gut gehen. Als sie eines Tages im Fernsehen vernehmen, dass ein internationales Boule-Turnier organisiert wird, bei dem der Gewinner 500 000 Euro gewinnt, sind beide Feuer und Flamme. Denn Momo ist ein Ass im Kugelspiel und Jacky ein ausgezeichneter Coach, der seinen Freund in der französischen Nationalmannschaft trainiert.

Doch mit dem Erfolg beginnt für Momo eine Odyssee. Dem Sponsor des Turniers ist die algerische Herkunft ein Dorn im Auge. Der Vorwurf, er halte sich illegal in Frankreich auf, wird plötzlich laut, und Momo droht die Ausweisung. Der Traum von Ruhm und Geld platzt.

Das Boulespiel ist in Frankreich Nationalsport Nummer eins und hat eine jahrhundertealte Tradition. Daran das Thema Rassismus aufzuhängen, ist eine originelle Idee.

Berthe packt viel Humor in den Film, leider auch Klischees über Algerier und Franzosen. Eine glückliche Hand hat er jedoch bei der Besetzung seiner Sozialkomödie bewiesen. Depardieu als Jacky und Atmen Kélif als Momo laufen als Komödianten zur Höchstform auf.

Wertung: geht so

(dpa)
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