"Gott verhüte!": Gelungene Balkankomödie und Kirchensatire

"Gott verhüte!" : Gelungene Balkankomödie und Kirchensatire

Ein Pfarrer, der Löcher in Kondome sticht, damit in seiner Gemeinde wieder mehr Kinder auf die Welt kommen? Klingt schräg - und kommt nun ins Kino.

Die abseitige Balkankomödie "Gott verhüte!" von dem kroatischen Regisseur Vinko Bresan nimmt die katholische Kirche aufs Korn. Schwarzer Humor und anzügliche Witze beherrschen den Film dabei zwar, doch auch dramatische Elemente halten Einzug. Denn wer in das Leben anderer pfuscht, muss mit allem rechnen - und zwar nicht nur mit Fernsehreportern.

Azurblaues Meer, schnuckelige kleine Steinhäuser: Eigentlich könnte in dieser Postkartenidylle einer kleinen dalmatinischen Insel alles so schön sein. Doch die Alten sterben weg, und die Babys lassen auf sich warten. Priester Fabian (großartig: Kreimir Miki) fürchtet, das Dorf könnte bald aussterben und tut sich mit Kioskbesitzer Petar (stoisch-cool: Nika Butijer) zusammen: Wenn die Leute nicht mehr verhüten, kommen auch mehr Kinder zur Welt, überlegen sie.

Bresans Film ist verrückt - und gelungen. Dass die anfangs sehr heitere Komödie schließlich auch etwas Tragisches hat, erklärte der Filmemacher so: "Einfach weil das Leben auch kein festes Genre hat, sondern Komödie und Drama immer zusammengehören."

(dpa)