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Filmtheater wehren sich gegen höhere Abgaben

Filmtheater wehren sich gegen höhere Abgaben

Berlin (rpo). Die deutschen Kinos laufen Sturm gegen den amerikanischen Filmverleih UIP. Der will zukünftig in vielen Städten mehr Geld für seine Kopien. Das neue Preismodell hatte bereits zu einem ausgedehnten "Hulk"-Boykott geführt.

Der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) hat scharf gegen höhere Abgaben von Filmtheatern in kleineren Orten protestiert, wie sie jetzt vom amerikanischen Filmverleih UIP verlangt werden. "Wenn das alle Verleiher machen, ist das der Tod der Kinos in den kleinen Orten, wo Filmtheater oft die letzte Kulturpräsenz bedeuten", sagte der Präsident des Hauptverbandes, Steffen Kuchenreuther, der dpa in Berlin. Die Kinos hätten jetzt schon große Probleme mit Besucherrückgängen, nicht zuletzt wegen des außergewöhnlich guten Sommerwetters.

Bisher gewährte UIP (United International Pictures) laut Kuchenreuther Kinos in Orten unter 50.000 Einwohnern einen Bonus im Vergleich zu den Großstadtpreisen. Diesen Bonus wolle der Verleih den kleineren Orten künftig zum Bundesstart eines Films nicht mehr einräumen. "Wenn das Schule macht, gibt es also in den kleineren Orten die Bedingungen der Großstädte." Das gefährde 300 bis 400 Leinwände in kleineren Orten Deutschlands.

In seiner jüngsten Präsidiumssitzung forderte der Hauptverband Deutscher Filmtheater mehr Flexibilität bei den Vertragsbedingungen für die Kinos. Sollten diese Bemühungen nicht zum Erfolg führen, werde der Hauptverband "das Preisdiktat des Verleihs auf politischer Ebene" zur Sprache bringen. Die Einführung des neuen UIP-Preismodells hatte Anfang Juli bereits zum Verzicht der führenden deutschen Kinokette Cinemaxx und anderer Kinobetreiber auf den US-Blockbuster "Hulk" geführt.