Filmkritik "Royal Corgi": Ein Trickfilm über die Lieblingshunde der Queen

Die Queen mit Knollennase : Hundeleben im Buckingham Palast

"Royal Corgi" ist ein Trickfilm über die Lieblingshunde der Queen.

(dpa) Sie hießen Dookie, Tiny, Bushy oder auch Foxy, ja sogar Whisky und Sherry – und sie durften im Buckingham Palace frei herumlaufen. Denn Corgis, diese cleveren Treib-, Wach- und Hütehunde mit kleinen Beinen, waren und sind der Schwarm der englischen Königin Elizabeth II.. Mehr als 30 soll sie gehabt haben. Kein Wunder, dass die uralte, aus Wales stammende Rasse britische Kunstwerke und eine Gedenkmünze zum Goldenen Thronjubiläum der Queen ziert. Dabei hat die mittlerweile 93-jährige Monarchin ihren letzten derartigen Hausgenossen bereits im Frühjahr 2018 unter Tränen auf Schloss Sandringham beerdigt. Nun wolle die Königin keine Corgis mehr, hieß es, damit die Hunde sie nicht überleben müssten.

Aus diesem tierischen, wohl typisch angelsächsischen Spleen einen Trickfilm zu machen, klingt auf jeden Fall wie eine gute Idee. Schließlich könnte man nicht nur etwas über die Corgi-Marotte erzählen, sondern auch gleich noch so manche augenzwinkernde Beobachtung über die eigenwillige Mentalität und die Monarchie des Inselreiches einbauen. Dessen Bewohner sind ja für ihren skurrilen Humor und ihre Vernarrtheit in Vierbeiner bekannt. Solche Erwartungen aber darf man an die 20 Millionen Euro teure belgische Kinoproduktion „Royal Corgi – Der Liebling der Queen“ nicht haben.

Erzählt wird vielmehr vom Corgi Rex, der als niedlicher Welpe in den Palast einzieht und im Handumdrehen das Herz der Königin erobert. Schnell steigt dem Hundejungen aber sein Leben in Saus und Braus zu Kopf. Für die mahnenden Worte des erfahrenen Corgis Nelson hat der übergeschnappte Rex keinen Sinn. Doch dann lernt er es, wie so häufig üblich, auf die harte Tour: Denn Rex verliert sein luxuriöses Heim, kommt ins Tierheim und unter üble Kampfhunde. Auf diese Weise erfährt er schließlich, dass allein Freundschaft und hilfsbereite Gemeinschaft mit anderen ihm sein Überleben und seine Privilegien ermöglichen. Dass der vorwitzige kleine Corgi dabei in der Hundedame Wanda auch noch die große Liebe trifft, gehört selbstredend dazu.

Ben Stassen und Vincent Kesteloot, die schon bei den Animationsfilmen „Sammys Abenteuer 2“ und „Robinson Crusoe“ gemeinsam Regie führten, arbeiteten auch jetzt wieder zusammen. Allerdings gelingt es ihnen und dem Drehbuch von John R. Smith und Rob Sprackling nicht, ihre Zuschauer im Laufe von 85 Minuten auf originelle Weise zu unterhalten. Dafür gerät die Geschichte zu durchschnittlich. Auch die Bilder enttäuschen.

Es gibt zwar durchaus einige gelungene Gags, doch wirklich zünden will das satirische Potenzial der Grundidee nicht. Das alles ist nicht nur kaum witzig, es birgt auch keinen wirklichen Erkenntnisgewinn. Und das gilt weder für Kinder, noch deren Eltern.

Royal Corgi – Der Liebling der Queen, Belgien 2019 – Regie: Ben Stassen und Vincent Kesteloot, 85 Min., FSK ab 0

(dpa)
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