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Filmkritik "Judy" mit Renée Zwellweger

Biopic : Judys Leben endet tragisch

Renée Zellweger wird in „Judy“ zu Judy Garland und hat beste Oscar-Chancen.

(dpa) Das Lied geht durch Mark und Bein. Die Gäste in dem vornehmen Londoner Nachtclub lauschen ergriffen. Von der Bühne tönt der Uralt-Klassiker „Over The Rainbow“, für den Film „Der Zauberer von Oz“ von 1939 geschrieben. Jener sehnsüchtige Song, den Judy Garland als Kinderstar weltberühmt machte. Die Sängerin klammert sich an das Mikrofon, mal bricht ihre Stimme zitternd ab, dann singt sie mit ganzer Seele.

Das ist eine der vielen packenden Szenen von „Judy“. Mit unglaublicher Intensität verwandelt sich Renée Zellweger in die legendäre Show-Ikone Judy Garland (1922-1969). Berühmte Songs wie „Get Happy“, „Have Yourself a Merry Little Christmas“ und den Welthit „Over The Rainbow“ singt die Schauspielerin selbst. Vor den Augen und Ohren der Kinozuschauer wird Zellweger zu dem zerbrechlichen, von Medikamenten und Alkohol gezeichneten brünetten Star.

Ausgerechnet die pausbäckige Blondine Bridget Jones? Die meisten bringen die 50-jährige Texanerin schließlich mit der Komödienreihe „Bridget Jones“ in Verbindung. Dreimal schon schlüpfte Zellweger in die Rolle der leicht chaotischen Londoner Single-Frau. Natürlich kann sie mehr: Für ihre Nebenrolle in dem Bürgerkriegsdrama „Unterwegs nach Cold Mountain“ (2004) gewann sie einen Oscar. In dem Filmmusical „Chicago“ hatte sie zuvor ihre Stimme unter Beweis gestellt. Die singende Hauptrolle brachte ihr 2003 einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung ein.

In „Judy“ läuft Zellweger nun zu Höchstform auf. Das biografische Drama unter der Regie des britischen Theaterregisseur Rupert Goold („True Story – Spiel um Macht“) zeichnet die letzten Monate im Leben Garlands nach. Im Winter 1968 kommt die Amerikanerin für mehrwöchige Showauftritte in den Londoner Nachtclub „The Talk of the Town“, am 22. Juni 1969 stirb sie mit 47 Jahren an einer versehentlichen Überdosis Schlaftabletten.

Das tragische Leben des Hollywoodstars ist bei Goold in guten Händen. Gelegentlich trägt er mit Rührseligkeiten etwas dick auf, doch Zellweger macht das mit ihrer Garland-Verkörperung wieder wett. Mit ihrem Auftritt überzeugte Zellweger viele Filmjuroren. Sie hat Chancen auf einen Golden Globe als beste Darstellerin. Ach dass sie im Februar bei den Oscars mitmischen wird, ist so gut wie sicher.

Judy, Großbritannien 2019 – Regie: Rupert Goold, mit Renée Zellweger, Jessie Buckley, Finn Wittrock, Rufus Sewell, Michael Gambon, 118 Min.

(dpa)