Film-Preis der Stadt Düsseldorf: Helmut-Käutner-Preis für Caroline Link

Film-Preis der Stadt Düsseldorf : Jury will Caroline Link Helmut-Käutner-Preis verleihen

Die 55-jährige Oscar-Preisträgerin brachte zuletzt die Kerkeling-Verfilmung „Der Junge muss an die frische Luft“ ins Kino. Der alle zwei Jahre vergebene Film-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf ist mit 10.000 Euro dotiert.

Es gibt viele Regisseurinnen und Regisseure, die gut von Menschen erzählen können, aber Caroline Link hat einen ganz besonderen Vorzug, und der ist selten: Sie kann menschlich erzählen. Die Regisseurin, die 2003 für „Jenseits von Afrika“ den Oscar gewann und im vergangenen Jahr „Der Junge muss an die frische Luft“ nach der Vorlage von Hape Kerkeling ins Kino brachte, wird nun von der Landeshauptstadt Düsseldorf mit dem Helmut-Käutner-Preis geehrt. Die Jury tagte am Samstagmittag, die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Sie wird im November vergeben - das Datum steht noch nicht fest.

Genau genommen muss man ja sogar sagen, die 55-Jährige kann nicht nur menschlich erzählen, sondern auch für die Menschen. Dreieinhalb Millionen sahen „Der Junge muss an die frische Luft“ im Kino, der Film ist die populärste deutschsprachige Produktion des abgelaufenen Kinojahres. Die Jury dürfte das beeindruckt haben: „Es gelingt Caroline Link immer wieder, emotional tiefgründige Themen einfühlsam einem breiten Publikum nahezubringen“, heißt es in der Begründung. „Damit schafft sie es, gesellschaftlich relevanten Aspekten im Kino erfolgreich ein Forum zu geben. Mit ihrer sensiblen Schauspielerführung gelingt es ihr, sowohl namhafte Darstellerinnen und Darsteller als auch immer wieder junge Talente zu Höchstleistungen anzuspornen."

Link wurde in Bad Nauheim geboren. Sie studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Sie schrieb zunächst Drehbücher, etwa für die legendäre Krimi-Serie „Der Fahnder“. 1996 kam ihr erster Spielfilm ins Kino und wurde sofort ein Erfolg: „Jenseits der Stille“ erzählt die Geschichte von Lara, die als Tochter gehörloser Eltern in einer kleinen Stadt in Süddeutschland aufwächst. Der Film wurde für den Oscar in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert. Es folgten „Pünktchen und Anton“ (1999), „Nirgendwo in Afrika“ (2001), „Im Winter ein Jahr“ (2008) und „Exit Marrakesch“ (2013).

Zu den Ereignissen des Düsseldorfer Kulturlebens, denen man gerne zuhören würde, gehört der Anruf der Käutner-Jury bei der zu ehrenden Person. Diesen Job übernahm ihn diesem Jahr Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Caroline Link soll sich sehr gefreut haben, so viel war immerhin zu erfahren: „In meiner Arbeit versuche ich Anspruch und Unterhaltung zusammen zu bringen“, habe sie gesagt. „Wenn ich in diesem Bestreben erfolgreich bin, bin ich dafür sehr dankbar.“ Der Helmut-Käutner-Preis wird laut Satzung verliehen an "Persönlichkeiten, die durch ihr Schaffen die Entwicklung der deutschen Filmkultur nachdrücklich unterstützen und beeinflussen, ihr Verständnis gefördert und zu ihrer Anerkennung beigetragen haben". Der Jury gehören unter anderem Bürgermeister Friedrich G. Conzen, Bernd Desinger (Leiter des Filmmuseums Düsseldorf), Petra Müller (Geschäftsführerin Film- und Medienstiftung NRW), Regisseurin, Produzentin und Autorin Cordula Kablitz-Post sowie Filmjournalist und Buchautor Thilo Wydra an. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Zu den Geehrten gehören Margarethe von Trotta, Ulrich Tukur und Christian Petzold.

(hols)
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