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Der Schauspieler Klaus Biederstadet ist mit 91 Jahren gestorben

Filmstar der 1950er und 60er Jahre : Schauspieler Claus Biederstaedt ist gestorben

Der Schauspieler stand mit Heinz Rühmann und Romy Schneider vor der Kamera, später lieh er Hollywoodgrößen seine Stimme. Jetzt ist Claus Biederstaedt im Alter von 91 Jahren gestorben.

Bekannt wurde er als Herzensbrecher und Sonnyboy des Nachkriegsfilms: Claus Biederstaedt, deutscher Filmstar der 1950er und 1960er Jahre. Am Donnerstag starb der Schauspieler und Synchronsprecher im Alter von 91 Jahren, wie sein Sohn am Sonntag bestätigte. „Wir sind sehr dankbar, dass er friedlich eingeschlafen ist“, sagte er.

Biederstaedt war in den 1950er Jahren mit Filmen wie „Charleys Tante“ an der Seite von Heinz Rühmann berühmt geworden. Für den Film „Feuerwerk“ stand er mit der damals 16-jährigen Romy Schneider vor der Kamera. Schon für sein Leinwanddebüt „Die große Versuchung“ (1951) war er mit dem Bundesfilmpreis als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet worden. Insgesamt war er in rund 60 Spielfilmen zu sehen.

Es hieß, Claus Biederstaedt war es, der dem späteren Weltstar Romy Schneider den ersten Kuss auf den Mund geben durfte. 2004 erinnerte sich der damals 76-jährige Schauspieler in einem Interview mit dem “Stern” an diesen frühen Moment seiner Karriere: "Wir haben 'Feuerwerk' gedreht, sie war 16, ich zehn Jahre älter. In einer Szene singe ich ein Lied und küsse sie auf den Mund", sagte er dem Magazin.

Plötzlich sei Romy in Tränen ausgebrochen und in ihre Garderobe gerannt. "Wir waren beide verknallt, haben geflirtet auf Teufel komm raus. Keine Bettgeschichten, höchsten ein Kuss auf die Wange. Na ja, und dann kam Alain Delon", sagte Biederstaedt im „Stern“-Gespräch.

In den 1960er und 1970er Jahren wirkte Biederstaedt in mehr als 200 Fernsehproduktionen mit, unter anderem in Serien wie „Derrick“, „Die Schwarzwaldklinik“ oder „Der Alte“ und spielte den Doktor Ebner in „Ein Chirurg erinnert sich“.

Auch als Synchronsprecher war Biederstaedt erfolgreich, unter anderem lieh er Hollywood-Größen wie Marlon Brando, Yves Montand und Paul Newman seine Stimme. Später besann er sich auf das Theater und stand noch in hohem Alter auf der Bühne. In der Komödie „Trau keinem über 60!“ war Biederstaedt neben Karin Dor und Gunther Beth in der erfolgreichsten Produktion in der Geschichte des Tourneetheaters Thespiskarren zu sehen.

In den vergangenen Jahren war es ruhig um den Schauspieler geworden, nachdem er an Zungenkrebs erkrankt war. Zwei Drittel der Zunge amputierten Ärzte, formten den verlorenen Teil mit Gewebe aus dem Oberschenkel nach. Nach Angaben seines Sohnes kämpfte sich Biederstaedt gut durch, las viel und hörte klassische Musik. Dass er nicht mehr auf der Bühne stehen könne, sei der größte Verlust gewesen, sagte sein einziger Sohn, Tom Biederstaedt, 2018 in einem Interview. Ende Juni wäre Biederstaedt 92 geworden.

(juju/dpa)