Der Sonntag in Cannes: Schlangenfrau, zwei Käuze und Timberlake

Der Sonntag in Cannes : Schlangenfrau, zwei Käuze und Timberlake

Am Sonntag erscheint in Cannes alles, was Rang und Namen hat. Schließlich präsentieren die beiden Coen-Brüder ihr neues Werk und ihren neuen Star Justin Timberlake. Jessica Biel begleitet ihn in Schlangenoptik, Co-Darstellerin Carey Mulligan zieht Grimassen und Nicole Kidman turtelt sich fast um den Verstand.

Die Bilder des Abends in Cannes sprechen von einem rauchhaften Empfang auf dem roten Teppich. Der Coen-Film "Inside Llewyn Davis" feiert Premiere - und bringt Justin Timberlake und Carey Mulligan mit auf den roten Teppich.

Das will sich offenbar keiner entgehen lassen. Jury-Mitglied Nicole Kidman hat sich wieder einmal mächtig herausgeputzt. Mit ihrem Liebling Keith Urban tauscht sie zarte Küsse aus. Dass sie optisch anderthalb Meter größer wirkt, stört in diesem Moment niemanden.

Aufmerksamkeit erreichen auch Timberlake und seine Frau Jessica Biel, die ihn nach Cannes begleitet. Timberlake ist einer der großen Stars in ihrem neuen Film, allein deshalb zieht er die Objektive der Kameras wie magisch an.

Vielleicht aber bewirkt das auch nur seine Frau, sie sich eigens eine Schlangehalskette für diesen Abend umgelegt hat. Auch die bezaubernde Britin Carey Mulligan ist gekommen. Sie zeigt sich ausgelassen, scherzt mit den Fotografen, macht blöde Gesichter.

Anlass zur guten Laune hat sie allemal. Mit ihrer Leistung im Coen-Streifen hat sie wieder einmal die Kritiker für sich eingenommen. So wie die beiden als schrullig-kauzig geltenden Coens mit ihrer Folkmusik-Studie "Inside Llewyn Davis" das Publikum für sich eroberten.

Die mehrfachen Oscargewinner tauchen mit dem Werk in die Folkmusikszene der 1960er Jahre in den USA ab. Im Mittelpunkt steht Llewyn Davis (Oscar Isaac), der sich im Greenwich Village in New York als Folkmusiker durchschlägt - wenig erfolgreich.
Daher muss er immer wieder auf den Sofas seiner Freunde schlafen, unter anderem bei Jean (Carey Mulligan) und Jim (Justin Timberlake).

Das wunderbar gefilmte "Inside Llewyn Davis" schlägt dabei melancholische und schräg-humorvolle Töne an.

Die Coen-Brüder sind in Cannes etablierte, alte Bekannte. Sie kamen schon mit ihren früheren Werken wie "No Country for Old Men", "The Ladykillers" und "Fargo" nach Südfrankreich - und gewannen dort bereits einige Preise, darunter 1991 die Goldene Palme für ihr surreales Drama "Barton Fink". Mit "Inside Llewyn Davis" beweisen die Brüder erneut, dass sie auf kein Genre festlegbar sind, sondern betreten erneut neues Terrain.

In der Hauptrolle glänzt Oscar Isaac, doch auch Erfolgsmusiker Justin Timberlake und vor allem Schauspielerin Carey Mulligan - die schon im Cannes-Eröffnungsfilm "Der große Gatsby" zu sehen war - können mit ihren kleineren Parts Akzente setzen. Einen Geheimtipp, wie strauchelnde Musiker erfolgreich werden können, hatte Timberlake in Cannes dann zwar nicht parat. Er riet jedoch, nicht zu schnell aufzugeben, sondern an sich zu glauben. "Man darf nicht zu sehr daran denken, was die Reaktion anderer Menschen sein könnte."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Cannes: Timberlake feiert, Kidman knutscht

(dpa/pst/jco)
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