Filmfest in Cannes 2010: Roter Teppich für die "Robin Hood"-Stars

Filmfest in Cannes 2010 : Roter Teppich für die "Robin Hood"-Stars

Cannes (RPO). Die Stars des Actions-Spektakels "Robin Hood" haben am Mittwoch den Startschuss für das Filmfest in Cannes gegeben. Der Australier Russell Crowe und seine Film-Partnerin Cate Blanchett eröffneten den Reigen der Stars an der französischen Riviera.

Im Wettbewerb bei den 63. Filmfestspielen an der Croisette sind 19 Filme zu sehen. Wer am 23. Mai die Goldene Palme bekommt, entscheidet die Jury unter Vorsitz von US-Kultregisseur Tim Burton. Neben drei Filmen aus dem Gastgeberland Frankreich gibt es dieses Jahr viele Beiträge aus Asien. In letzter Minute ging der britische Regisseur Ken Loach mit seinem neuen Streifen "Route Irish" ins Rennen - ein Film über britische Sicherheitsfirmen im Irak-Krieg. Die USA sind nur mit Doug Limans Politthriller "Fair Game" mit Sean Penn und Naomi Watts vertreten.

Keine deutschen Filme vertreten

Deutsche Regisseure sind im Hauptwettbewerb nicht zu finden. Der aus Weißrussland stammende Filmemacher Sergei Loznitsa tritt dort lediglich mit der deutsch-ukrainisch-niederländischen Koproduktion "Mein Glück" an. Im Nebenwettbewerb "Un Certain Regard" sind aber die beiden deutschen Filmemacher Christoph Hochhäusler ("Unter dir die Stadt") und Oliver Schmitz ("Life, Above All") zu finden.

Der actiongeladene "Robin Hood" von Regisseur Ridley Scott stand am Mittwochabend als Eröffnungsfilm auf dem Programm, allerdings außer Konkurrenz. Robin Hood würde heute wahrscheinlich "die Monopolisierung der Medien als größten Feind sehen", witzelte Crowe, der mit Scott schon "Gladiator" gemacht hatte, in Cannes. Seine Ko-Darstellerin Cate Blanchett zeigte sich neidisch: "Ich wollte immer lieber Robin Hood sein als Maid Marian", sagte sie. "Genauso war sie im Film", erwiderte Crowe. "Gib uns Deine Lederhosen, Russell", habe sie bei den Dreharbeiten immer wieder gesagt.

Außerhalb des Wettbewerbs ist in Cannes auch Oliver Stones Fortsetzung von "Wall Street" zu sehen. In einer Reihe restaurierter Filmklassiker zeigt unter anderem der deutsche Regisseur Volker Schlöndorff seinen Film "Die Blechtrommel", der 1979 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden war.

Auf dem roten Teppich werden im Laufe des zwölftägigen Festivals auch Oscar-Preisträger Sean Penn, Star-Regisseur Woody Allen und Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger erwartet.

Petition für Polanski

Ein dutzend Filmemacher veröffentlichte vor Festivalbeginn eine neue Petition für ihren Kollegen Roman Polanski. Dem 76-Jährigen droht wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen in den 70er Jahren die Auslieferung von der Schweiz in die USA.

Die französische Regierung verlangte derweil wenige Stunden vor dem Festivalstart vom Iran die "sofortige Freilassung" des preisgekrönten Filmemachers Jafar Panahi, der eigentlich in der Jury sitzen sollte. Der 49-Jährige, der offen die iranische Oppositionsbewegung unterstützt, ist in Haft, weil er angeblich einen Film über die Proteste nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr drehen wollte.

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(AFP/felt)
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