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Berlinale 2020: Kritik an Jury-Präsident Jeremy Irons

Ernennung sei „falsche Entscheidung“ : Scharfe Kritik an Berlinale-Jury-Präsident Jeremy Irons

Am Donnerstag beginnen die Filmfestspiele in Berlin. Vor dem Start äußert die Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestags Kritik an der Ernennung von Schauspieler Jeremy Irons zum Präsidenten der Berlinale-Jury.

Die Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundestags, Katrin Budde (SPD), hat die Berufung von Jeremy Irons (71) zum Jury-Präsidenten der Berlinale scharf kritisiert. „Seine Ernennung war eine falsche Entscheidung“, sagte sie den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. „Jeremy Irons gehört nicht auf die Berlinale.“ Die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin starten am Donnerstag und laufen bis zum 1. März.

Es gehe bei der Personalie nicht um eine Kleinigkeit, da die Berlinale sich der Diversität verschrieben habe, so Budde. Der britische Schauspieler und Oscar-Preisträger Irons war nach seiner Ernennung als Jury-Präsident wegen früherer Aussagen zu Abtreibungen, der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und sexueller Belästigung von Frauen in die Kritik geraten.

Der künstlerische Leiter der Berlinale, Carlo Chatrian, hatte Irons' Berufung daraufhin verteidigt. Dieser habe die ihm vorgeworfenen Äußerungen „längst revidiert und bedauert“ und nochmals bekräftigt, „dass seine damaligen Äußerungen weder seine Denkweise noch seine Haltung repräsentieren“. Budde widersprach dieser Einschätzung: „Irons hat seine Aussagen niemals richtig zurückgenommen. Deshalb hätte seine Einladung zurückgezogen werden müssen.“

(c-st/kna)