Berlinale 2017: Thomas Arslan stellt neuen Film "Helle Nächte" vor

"Helle Nächte" : Thomas Arslan stellt neuen Film auf Berlinale vor

Bei der Berlinale gibt es den ersten deutschen Beitrag. Thomas Arslan stellt sein Vater-Sohn-Drama "Helle Nächte" vor. Mit dabei der "Tschick"-Darsteller Tristan Göbel.

Sie kennen sich eigentlich nicht - Luis und sein Vater. Doch als in Norwegen der Großvater stirbt, machen sich beide gemeinsam auf eine Reise durch die steinige Berglandschaft im Norden des Landes. In spröder, wortkarger Art erzählt Arslan von den Annäherungsversuchen zwischen zwei verschlossenen Menschen. Der Vater will Vergebung dafür, dass er die Mutter wegen anderer Frauen verlassen hat. Der Sohn spürt erst in der Nähe seines Vaters, wie enttäuscht und wütend er ist.

Warum seine Geschichte in Norwegen spielt, wollten die Journalisten von Arslan wissen. "Ich habe eine Landschaft gesucht, die möglichst wenig Ablenkung bietet, damit Vater und Sohn einander wirklich ausgeliefert sind und versuchen müssen, miteinander auszukommen", sagte Arslan.

Weil Vater und Sohn einander vor der Reise kaum kannten, keinen Alltag miteinander teilten, ist die gemeinsame Reise für sie besonders schwierig. Ob es für beide am Ende eine Versöhnung gibt, mag Arslan nicht festlegen. "Der Film zeigt nur, dass man als Vater auch körperlich anwesend sein muss, um eine Beziehung zu seinem Sohn herstellen zu können", sagt Arslan.

Göbel spielt den Sohn

"Tschick"-Darsteller Tristan Göbel spielt den Sohn. Auf die langsame Erzählweise von Arslan in einem Film, der sehr lange Autofahrten durch karge Landschaft in Echtzeit zeigt, musste er sich erst einstellen. "Bei Tschick gab es mehr Action und es gab noch einen Darsteller in meinem Alter", so Göbel, "das war natürlich spaßiger." Es sei bei den Dreharbeiten auch oft sehr kalt gewesen, darum sei die kürzere Drehzeit mit "Helle Nächte" anstrengender gewesen als die längeren für "Tschick".

Der österreichische Schauspieler Georg Friedrich, der den Vater spielt, ist bereits im zweiten Wettbewerbsfilm zu erleben. In Josef Haders Satire "Wilde Maus" spielt er mit gebrochener Assihaftigkeit einen Achterbahnbetreiber. Bei Arslan muss er sich auf ausgiebige Schweigsamkeit einlassen. Er kenne Annäherungsschwierigkeiten aus Erfahrungen mit seinem eigenen Sohn, sagte er in Berlin. "Ich denke aber, dass es auch nach vielen Jahren Distanz wieder Nähe geben kann."

Ob er es noch hören könne, der "Berliner Schule" zugerechnet zu werden, wollte man am Ende von Arslan noch wissen. "Das passiert, ohne, dass ich es ändern könnte, es ist also egal, was ich dazu sage", sagte Arslan, "aber diese Schule, das sind alles meine Freunde, insofern habe ich auch kein Problem damit." Zäher Auftritt. Passend zum Film.

(dok)
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