Filmfestspiele in Berlin Diese Stars bekommen bei der Berlinale am meisten Applaus

Die Schauspielerinnen Rooney Mara und Hunter Schafer präsentieren neue Filme in der Hauptstadt. Sie werden von Fans besonders begeistert begrüßt.

 Rooney Mara vor der Pressekonferenz zu ihrem neuen Film „La Cocina“.

Rooney Mara vor der Pressekonferenz zu ihrem neuen Film „La Cocina“.

Foto: dpa/Gerald Matzka

Wie beliebt ein Star ist, entscheidet sich am Hintereingang des Grand Hyatt. Da lauern während der Berlinale Autogrammjäger auf Prominente, die in dem Hotel am Potsdamer Platz nach der Aufführung ihres Films eine Pressekonferenz geben. Wenn sich die Autotüren mit den getönten Scheiben öffnen, gibt die Lautstärke des Geschreis Aufschluss über die Popularität der aussteigenden Person. Das ist zwar subjektiv gemessen, mit bloßem Ohr und ohne wissenschaftlichen Beleg, aber: Am heftigsten reagierten die Fans in diesem Jahr bisher auf zwei Schauspielerinnen.

Die erste ist Rooney Mara. Die meisten kennen sie als Lisbeth Salander in der Neuverfilmung von „Verblendung“ (“The Girl With The Dragon Tattoo“ nach dem Krimi von Stieg Larsson) durch David Fincher. Sie bekam dafür 2011 eine Oscar-Nominierung, kurz danach eine weitere für ihre Rolle in „Carol“.

Rooney Mara nahm sich Zeit für die Fans, das machen längst nicht alle - am Hintereingang sind meist keine Fernsehteams. Manche von denen, die ein Selfie hatten machen können, tanzten vor Freude. Eigentlich schade, dass die 38-Jährige das nicht sehen konnten weil sie schon weitergezogen war.Sie präsentiert in Berlin „La Cocina“, ein Drama des mexikanischen Regisseurs Alonso Ruizpalacios. Der Film spielt in einem Touri-Restaurant am Times Square, Mara ist die amerikanische Kellnerin Julia, die zwar besonnen wirkt und kühl auf die Realität zu blicken scheint. Aber bei ihrem Kollegen Pedro wird sie doch schwach. Julia ist schwanger, sie will abtreiben, sie braucht 800 Dollar für den Eingriff, und als es einen Diebstahl in dem Lokal gibt, gerät Pedro unter Verdacht.

 Signiertes Porträt von Rooney Mara im Aufgang des Berlinale-Palasts.

Signiertes Porträt von Rooney Mara im Aufgang des Berlinale-Palasts.

Foto: Philipp Holstein

Mara spielt das gut, der Film brodelt immerzu, der „Hollywood Reporter“ verglich die Produktion mit der Serie „The Bear“, aber „The Bear auf Kokain“.. Mara sitzt in schwarz gekleidet in der Pressekonferenz, ihr Sakko ist einige Nummern zu groß, das Haar hat sie am Hinterkopf straff zusammengebunden. Sie ist übrigens mit Joaquin Phoenix verlobt, das gemeinsame Kind heißt wie Phoenix’ toter Bruder River. Sie wirkt cool, kontrolliert, und sie sagt, dass sie seit ihrer Zusammenarbeit mit David Fincher Rollen meistens nach dem Regisseur aussuche.

Die zweite Schauspielerin mit hoher Schrei-Frequenz ist die alte Amerikanerin Hunter Schafer. Sie erscheint in einem weißen Kleid mit Federn, ihre Augenhöhlen hat sie rot geschminkt.

Die transgeschlechtliche Schauspielerin und LGBTQ+-Aktivistin arbeitete zunächst als Model, und seit ihrer Rolle als Jules Vaughn in der Serie „Euphoria“ ist sie ein Weltstar. Zuletzt war sie in „Die Tribute von Panem: Ballad of Songbird And Snakes“ zu sehen. Das „Time“-Magazin führte sie 2021 unter den 100 wichtigsten aufstrebenden Führungspersönlichkeiten. Die Lobrede auf sie schrieb damals ihre „Euphoria“-Kollegin Zendaya.

Hunter Schafer bei der Berlinale.

Hunter Schafer bei der Berlinale.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Wer die Pressekonferenz mit Hunter Schafer verfolgt, versteht die Begeisterung am Hintereingang. Sie ist charmant, viel in Bewegung und lustig. Es wurde schon lange nicht mehr so viel gelacht im Pressezentrum.

Schafer tritt in Berlin mit dem Horrorfilm „Cuckoo“ des deutsche Regisseurs Tilman Singer an. Sie spielt die 17 Jahre alte Gretchen, die mit ihrem Vater und dessen neuer Frau Urlaub im Bayerischen Wald macht. Dort ist es allerdings nicht so langweilig wie gedacht, es wird heftig und schocking, Hunter Schafer wird im Verlauf des Films arg geschunden.

Ob sie die neue „Scream Queen“ sei, möchte jemand wissen. Sie möge Horrorfilme, sagt sie bei der Pressekonferenz. Sie folge bei ihren Projekten aber keinem Rhythmus, sie lasse sich lieber treiben.

„Cuckoo“ wurde übrigens in Deutschland gedreht. Sieben Jahre lang habe sie vegetarisch gelebt, sagt Hunter Schafer. Bis sie Currywurst angeboten bekommen habe.

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