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"Bastille Day": Terroristen versetzen in Paris in Aufruhr

Kinostart : Terroristen versetzen in "Bastille Day" Paris in Aufruhr

Eine Bombe explosiert im Herzen von Paris. Das weckt Erinnerungen an Terroranschläge der vergangenen Monate. Doch dann beginnen im Thriller "Bastille Day" die Überraschungen.

Der vermeintliche Täter? Wollte das gar nicht, er hat lediglich die falsche Tasche geklaut. Die Besitzerin der Tasche? Wollte das eigentlich auch nicht, jedenfalls nicht so. CIA-Agent Sean Briar (Idris Elba) setzt jedenfalls alles daran, Paris vor weiteren Bombenanschlägen zu schützen.

Hilfe will er sich beim genialen Trickbetrüger Michael Mason (Richard Madden) holen. Nach diesem wird gefahndet, weil er mit der verhängnisvollen Tasche als Letzter gesehen wurde. Der rücksichtslose Briar und der clevere Mason ergeben ein gutes Team: Sie entdecken, dass nicht Terroristen Frankreich bedrohen, sondern eine ganz andere Verschwörung. Und die hat ein ungewöhnliches Ziel.

Zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt die Chemie. Die Geschichte und ihre Motive sind indes verzwickt - Terrorismus, Faschismus, Habgier. Die Action- und vor allem Kampfszenen wurden größtenteils von den Schauspielern selbst gespielt. Für die eine oder andere Szene musste der Filmemacher schon mal seine Höhenangst überwindet. "Bastille Day" dürfte damit sowohl Actions-Fans als auch Liebhabern gut komponierter Thriller gefallen. Die Geschichte ist packend und hat humorvolle Momente.

Aber wollen Kinogänger wirklich gespielten Terrorismus auf der Leinwand sehen, wenn Nachrichtensendungen täglich echten zeigen? Das Drehbuch wurde vor vier Jahren geschrieben, gedreht wurde im Herbst 2014, also vor dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" im Januar 2015. "Ein Film sollte die Gesellschaft zeigen, in der wir leben", findet Regisseur James Watkin, aber "Bastille Day" solle auch unterhalten.

Insbesondere der Brite Idris Elba ("Luther", "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit") überzeugt als forscher CIA-Agent Briar. Seine Fans wünschen sich seit einiger Zeit, dass er Daniel Craig als James Bond nachfolgt. In "Bastille Day" unstreicht Elba, dass man ernsthaft darüber nachdenken sollte.

Bastille Day, England/USA 2015, Regie: James Watkins, mit Idris Elba, Richard Madden, Charlotte Le Bon Start, 92 Min.

(dpa)