Bafta Awards 2018: Three Billboards Outside Ebbing Missouri räumt ab

Solidarität mit Missbrauchsopfern: "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" räumt Bafta-Filmpreise ab

Ein Filmdrama über eine Mutter, die mit brachialen Methoden für die Aufklärung der Vergewaltigung ihrer Tochter kämpft, ist der große Gewinner der diesjährigen Bafta-Gala. Viele Anwesende trugen Schwarz - ein Zeichen gegen sexuellen Missbrauch.

Der Film "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" des britischen Regisseurs Martin McDonagh hat bei der Verleihung am Sonntag in London gleich fünffach abgeräumt: Es wurde unter anderem als bester Film ausgezeichnet, Hauptdarstellerin Frances McDormand zur besten Darstellerin gekürt, Sam Rockwell als bester männlicher Nebendarsteller geehrt. Der Film wurde auch für das beste Drehbuch und als bester britischer Film ausgezeichnet. Er setzte sich unter anderem gegen den zweiten großen Favoriten, "The Shape of Water" von Guillermo del Toro, durch.

Die Gala zur Feier der begehrtesten Auszeichnung der britischen Filmbranche, verliehen von der britischen Film- und Fernsehakademie (Bafta) war geprägt von Solidarität mit den Kampagnen gegen sexuelle Belästigung im Filmgeschäft.

Vorschau auf den Oscar-Favoriten 2018: Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Zum besten männlichen Darsteller kürte die britische Film- und Fernsehakademie Gary Oldman. Der britische Schauspieler hatte für seine Rolle als Winston Churchill in "Die dunkelste Stunde" bereits einen Golden Globe erhalten und galt deshalb als Favorit für die wichtigste Auszeichnung der britischen Filmbranche. Er gilt weiter als Anwärter für einen Oscar.

"The Shape oft Water", der mit insgesamt zwölf Nominierungen als Favorit in den Abend gegangen war, wurde für die beste Regiearbeit, die beste Filmmusik und das beste Produktionsdesign ausgezeichnet. Der britische Regisseur Ridley Scott wurde für sein Lebenswerk geehrt.

Die Gala in London war wie wenige Wochen zuvor die Verleihung der Golden Globes geprägt von Solidarität mit den Kampagnen MeToo und Time's up: Die meisten Schauspielerinnen trugen als Zeichen der Solidarität mit den Opfern sexueller Belästigung schwarze Kleider. Unter anderem erschienen Angelina Jolie, Jennifer Lawrence und Kristin Scott Thomas in schwarzen Roben auf dem roten Teppich.

Die schwangere Herzogin Catherine verzichtete hingegen auf ein politisches Statement. Sie erschien in einer dunkelgrünen Abendrobe an der Seite von Prinz William zu der Preisverleihung.

Vor der Gala hatte die Schauspielerin Emma Watson die Gründung eines Hilfsfonds für die Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz angekündigt. Die Britin spendete dafür eine Million Pfund (rund 1,1 Millionen Euro). Der Fonds wurde in einem offenen Brief angekündigt, den 200 britische und irische Schauspielerinnen unterzeichnet hatten, darunter Kate Winslet, Emma Thompson, Kristin Scott Thomas, Keira Knightley und Saoirse Ronan.

In Hollywood hatten bereits im Januar mehr als 300 Schauspielerinnen, Autorinnen, Regisseurinnen und andere Frauen aus der US-Unterhaltungsindustrie eine ähnliche Initiative gestartet. Zu Time's Up gehören Schauspielerinnen wie Cate Blanchett, Natalie Portman und Meryl Streep.

Die Initiative ist eine Folge des Skandals um den einst mächtigen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein, der mehr als hundert Frauen sexuell belästigt und einige von ihnen vergewaltigt haben soll. Seit Bekanntwerden des Falls im Oktober wurden Missbrauchsvorwürfe gegen dutzende weitere Mitarbeiter der US-Filmindustrie erhoben.

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(sbl)