A Private Portrait: Al Pacino und Bono loben Julian Schnabel

"A Private Portrait": Al Pacino und Bono loben Julian Schnabel

Der Künstler Julian Schnabel ist ein Unikat, ein Gigant, ein Riesen-Ego. Diese unfassbare Erscheinung in ein filmisches Porträt zu pressen, ist sehr mutig von Regisseur Pappi Corsicato. Mit "Julian Schnabel: A Private Portrait" gelingt es ihm teilweise.

Vordergründig erscheint der 1951 geborene US-amerikanische Maler und Filmemacher Schnabel als exzentrische Figur, allein durch seine Auftritte, bevorzugt im Pyjama oder Bademantel. Mit seinen großformatigen Kunstwerken sorgt er seit Ende der 70er Jahre für Aufsehen, wobei in dieser Doku des Schnabel-Freundes Corsicato nur positive Reaktionen auf seine Kunst aufblitzen. Hymnisch äußern sich viele Prominente, darunter Al Pacino und Willem Dafoe. Und U2-Sänger Bono betont die Großzügigkeit des großen Kindes Schnabel. In prominenten Kreisen bewegt sich Schnabel ja auch mit seinen Filmen: mit "Basquiat" über den New Yorker Graffiti-Künstler Jean-Michael Basquiat, "Before Night Falls" über den kubanischen Schriftsteller Reinaldo Arenas oder "Schmetterling und Taucherglocke" über Jean-Dominique Bauby, den gelähmten ehemaligen Herausgeber der Zeitschrift "Elle".

Corsicatos Versuch einer umfassenden Übersicht aller Aktivitäten der gigantischen Künstlerpersönlichkeit kann indes keine intensive Beschäftigung mit einzelnen Werken leisten. Ein Picasso-Biograph erledigt darum die Wertschätzung des Malers Schnabel. Über die Hintergründe seiner wunderbaren Filme gibt es hingegen mehr zu hören.

Gern hört man zudem die Anekdoten, die seine Familie preisgibt: Wie Schnabel beispielsweise mal kurz das Wohnhaus im Stile einer venezianischen Villa renovieren wollte, was dann aber mehrere Jahre dauerte. Es gibt Gespräche mit den Kindern, die einerseits zu kurz gekommen sind, andererseits außergewöhnliche Erfahrungen machten als Sprösslinge dieses Vaters. Das ist alles wenig kritisch und bleibt oberflächlich, doch weil Julian Schnabel nun mal Julian Schnabel ist, ist es auch recht unterhaltsam.

Julian Schnabel: A Private Portrait, USA/Italien 2017, Regie: Pappi Corsicato, 85 Minuten

(RP)