Film- und Medienstiftung NRW legt Bilanz vor

Förderung in der Filmbranche : Mehr Geld für Film und Spiele

Film- und Medienstiftung NRW kann 2019 mit drei Millionen Euro mehr fördern.

Wenn eine Filmförder-Einrichtung Bilanz zieht, ist von Geschichten die Rede, die Menschen berührt haben und noch in Erinnerung sind. Caroline Links Ruhrpott-Familiendrama „Der Junge muss an die frische Luft“ zum Beispiel, der bis heute 3,6 Millionen Zuschauer ins Kino lockte. Auch Sönke Wortmanns Konversations-Komödie „Der Vorname“ mit 1,1 Millionen Besuchern und Markus Gollers Mofa-Roadmovie „25 km/h“ mit 970.000 Zuschauern zählten zu den erfolgreichsten Filmen 2018, die mit Geld der Film- und Medienstiftung NRW gedreht wurden. Insgesamt unterstützte die Stiftung 376 Projekte mit insgesamt knapp 36 Millionen Euro. Das waren mehr als acht Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr.

Der größte Teil des Budgets floss in den klassischen Bereich der Kinofilm-Produktion. 59 Werke wurden mit 21,4 Millionen Euro gefördert. Der nächstgrößere Posten ging an 13 TV-Filme und Serien. Außerdem bekamen Games-, Drehbuch- und Serienentwicklungen Unterstützung aus NRW.

Um auf Veränderungen in der Medienwelt und im Verhalten der Zuschauer zu reagieren, hat die Film- und Medienstiftung mit Sitz in Düsseldorf ihre Fördergrundsätze überarbeitet. Künftig soll bei Vorhaben noch stärker geprüft werden, ob sie in ihrem jeweiligen Genre tatsächlich den zu erwartenden Anforderungen des Publikums entsprechen. Außerdem hat sich die Stiftung mit ihren Gesellschaftern, dem Land NRW, dem WDR, ZDF und RTL, neue Förderleitlinien für den Spiele-Sektor gegeben und will diesen Bereich auch finanziell ausbauen. Das Budget wird auf drei Millionen Euro jährlich verdoppelt.

Produzenten, die Geld aus der Film- und Medienstiftung NRW erhalten, sind verpflichtet, Investitionen im Land zu tätigen. So erzielte die Stiftung im zurückliegenden Jahr allein in den Produktionsprojekten einen NRW-Effekt von 272 Prozent, das heißt: Sie löste Ausgaben in der hiesigen Filmbranche in Höhe von etwa 80 Millionen Euro aus. Außerdem tritt die Stiftung für den Erhalt der Kinolandschaft ein. Noch immer ist NRW der stärkste Kinostandort der Republik. 884 Leinwände gibt es im Land. Um diese Vielfalt zu erhalten, ließ die Stiftung mehr als eine Million Euro in die Kinoförderung fließen.

120 Preise konnten stiftungsgeförderte Filme 2018 gewinnen, bei 150 Filmen auf 130 Festivals lief die Filmstiftung als Förderer im Abspann. Das findet auch finanzielle Anerkennung. Für 2019 hat das Land NRW im vergangenen Jahr beschlossen, den Förderetat um drei Millionen Euro zu erhöhen. Die Hälfte davon wird in die Förderung von Filmen und Serien fließen. „Eine wunderbare Bestätigung für die geförderten Projekte und die Kreativen aus NRW“, nannte das Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW.

 Nachdem im vergangenen Jahr Stars wie Diane Kruger, Eva Green und Matt Dillon zum Dreh nach NRW kamen, wird es auch in diesem Jahr wieder internationale Co-Produktionen geben. So wird etwa Franka Potente zum Dreh in NRW erwartet. Sie gibt mit „Home“, einer Geschichte über einen Gefängnisheimkehrer, ihr Regiedebüt. Auch auf bedeutende Preise hofft die Stiftung in diesem Jahr: Marco Bellocchios „Der Verräter“, der aus NRW gefördert wird, läuft in wenigen Tagen bei den Filmfestspielen in Cannes.

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