Feuertrunken

Morgens das Interview, abends das Konzert in Kölns Philharmonie. Gardiner legte die "Missa solemnis" als feuertrunkene Ode an, als emphatische Bekenntnismusik. Was der Monteverdi Choir in Beethovens vokalfeindlichen Gesangszonen veranstaltete, war unfassbar.

Keinerlei Mühe rund ums hohe H, eine Rundung des Klangs, die famos war. Auch das Orchestre Révolutionnaire et Romantique spielte beherzt, einige knarzende Originalinstrumente störten nicht. Bei den Solisten überstrahlte die wunderbare Lucy Crowe alles und jeden – aber nicht durch Kraft, sondern durch Emphase. Denkwürdiger Abend. Orgiastischer Jubel. w .g.

(RP)