Nach vorläufigem Abschied Ex-"hart, aber fair" Moderator Frank Plasberg präsentiert True-Crime-Doku bei Sky

Düsseldorf · Ende 2022 beendete Frank Plasberg die Moderation seiner Sendungen im Ersten. Nun kommt der 66-Jährige zurück auf den Bildschirm – und beschäftigt sich mit einem bis heute rätselhaften Todesfall. Was es damit auf sich hat.

 In einer neuen Sky-Dokumentation tritt Plasberg nicht als Talkmaster, sondern als ehemaliger Polizeireporter in Erscheinung.

In einer neuen Sky-Dokumentation tritt Plasberg nicht als Talkmaster, sondern als ehemaliger Polizeireporter in Erscheinung.

Foto: Sky Deutschland / Ansager & Schnipselmann

Der rätselhafte Tod des Hackers Karl Koch führt Frank Plasberg zurück ins Fernsehen: Rund ein Jahr nach seinem vorläufigen TV-Abschied präsentiert der Moderator bei Sky nun einen Film zu dem Fall. Der Name der Dokumentation lautet „23 – Der mysteriöse Tod eines Hackers“. Hinter der Produktion steckt die Düsseldorfer Firma „Ansager & Schnipselmann“, deren Geschäftsführer Jürgen Schulte und Plasberg selbst sind.

Dabei hatte Plasberg erst im vergangenen November die Moderation der ARD-Talkshow „hart aber fair“ abgegeben. Im Dezember moderierte er dann zum letzten Mal das Jahresquiz im Ersten. Als Gast in verschiedenen TV-Sendungen war Plasberg auch zuletzt schon zu sehen. Nun bekommt er wieder eine eigene Sendung.

„Als ich Frank Plasberg von dem Stoff erzählte, war seine Neugierde sofort geweckt“, sagt Jürgen Schulte über das neue Projekt im Gespräch mit unserer Redaktion. Vorgestellt wird Plasberg dem Publikum in der Sendung auch nicht als Talkmaster, sondern als ehemaliger Polizeireporter. Als solcher war er zu Beginn seiner Karriere tatsächlich tätig. Schulte bezeichnet die 90-minütige Dokumentation als „Hochglanzprojekt“ und betont, dass von der ersten Idee bis zum Ende des Drehs mehr als ein Jahr vergangenen sei.

Inhaltlich geht es in dem Film um den Hacker Karl Koch, der im Mai 1989 starb. Mit Spionage für Russland erlangte er in den 80er-Jahren fragwürdige Berühmtheit. Sein grausamer Tod gibt bis heute Rätsel auf. Kochs verkohlte Leiche wurde damals in einem Wald in Niedersachsen aufgefunden. Ob sich der damals 23-Jährige selbst verbrannte oder einem Verbrechen zum Opfer fiel: Diese Frage kann auch die Dokumentation nicht beantworten. Dafür leuchtet sie die Hintergründe aus.

Zu Wort kommen in dem Film unter anderem Karl Kochs Schulfreund Freke Over, seine „Ziehmutter“ Hannah Over, Steffen Wernéry vom „Chaos Computerclub“ und der ehemalige Polizist Hermann Salge, der Koch damals tot auffand. Sie werfen einen neuen Blick auf das Leben und den Tod des Hackers. Über weite Strecken sind sie es, die sich in der Dokumentation an die damaligen Umstände erinnern. Frank Plasberg betrachtet den Fall aus der Draufsicht, versucht, ihn zu verstehen, und lenkt den Blick auch in die heutige Zeit. Unter anderem spricht er mit der neuen Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Claudia Plattner, über die aktuelle Bedrohungslage durch Cyberkriminelle.

Dabei ist das neue Projekt mit Frank Plasberg nur eines von mehreren, das zuletzt bei „Ansager & Schnipselmann“ entstand. So kommt auch die Satiresendung „Schroeder darf alles“, die zurzeit im Ersten läuft, von der Düsseldorfer Produktionsfirma. Bereits im November feierte zudem „Die 100 – was Deutschland bewegt“ mit Ingo Zamperoni seine Premiere. „Anderen zuzuhören und das Gesagte wirken zu lassen – das stellen wir in den Mittelpunkt“, so beschreibt Schulte das Format. Die Sendung lief zeitgleich im NDR und WDR Fernsehen an. Diese Programmierung sei, sagt Schulte, „alles andere als üblich und zeigt das Potenzial, das in dem Format steckt.“

Doch können die neuen Projekte nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Ansager & Schnipselmann“ noch in diesem Jahr einen gewichtigen Produktionsauftrag verlieren wird. Am nächsten Montag, 11. Dezember, werden Schulte und sein Team zum letzten Mal für „hart aber fair“ verantwortlich sein. Die Talkshow kehrt im kommenden Jahr zwar ins Fernsehen zurück – die Düsseldorfer werden dann aber nicht mehr an Bord sein. Der Grund ist, dass der neue „hart aber fair“-Moderator Louis Klamroth die Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma nicht mehr fortsetzen möchte. Übernehmen wird 2024 deshalb „Florida Factual“.

Angesprochen auf „hart aber fair“ sagt Jürgen Schulte, dass ihn der Verlust des Produktionsauftrags natürlich schmerze. „Am 11. Dezember wird für unser Team, das ‚hart aber fair‘ knapp 23 Jahre auf Sendung gebracht hat, eine Ära zu Ende gehen“, so der TV-Produzent. Und weiter: „Da bricht etwas auseinander. Das wird sicher kein leichter Tag.“

Bleibt abschließend noch die Frage, ob auf das True-Crime-Comeback weitere Sendungen mit Frank Plasberg folgen. Jürgen Schulte will zumindest nichts ausschließen. Er sagt: „Lassen Sie sich überraschen. Mache ich auch. Frank Plasberg ist und bleibt ein neugieriger Mann und Journalist.“

Info "23 – Der mysteriöse Tod eines Hackers" ist ab sofort bei Sky und dem Streaming-Dienst Wow verfügbar.

Meistgelesen
Zur Rückkehr der Messe 2023 kamen
Wir sind das Lesevolk
Leipziger Buchmesse lockt vom 21. bis 24. März die Leser anWir sind das Lesevolk
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort