Evangelos Koukouwitakis erhielt Düsseldorfer Publikumspreis Griechischer Künstler für ein Stillleben-Foto geehrt

Düsseldorf · Der Publikumspreis der Kunstausstellung „Die Grosse“ ging an Evangelos Koukouwitakis. Als Fotokünstler beschäftigte er sich mit Bewegungsfotografie, entdeckte dann das Stillleben für seine Kunst.

Evangelos Koukouwitakis erhielt den Publikumspreis der Düsseldorfer Kunstausstellung „Die Grosse“.

Evangelos Koukouwitakis erhielt den Publikumspreis der Düsseldorfer Kunstausstellung „Die Grosse“.

Foto: M. Prinz/Morgaine Prinz

Evangelos Koukouwitakis ist aus der „Großen" nicht wegzudenken. Er gehört zum Team, das die Mammutschau aufbaut und nach Ende der Veranstaltung wieder abbaut. Seit knapp 30 Jahren ist er einer der Praktiker unter den Organisatoren. Dass er auch ein großer, klassischer Fotokünstler ist, wussten die Besucher in diesem Jahr zu schätzen. So fand er nicht nur Käufer für seine drei Fotos, sondern erhielt soeben auch den Publikumspreis. Damit ist er um 1500 Euro reicher.

1956 wurde er in Piräus in Griechenland geboren, studierte Kunst an der Universität in Duisburg, wo er noch heute lebt; er brach das Studium allerdings ab, weil er nicht Lehrer werden wollte. Stattdessen beschäftigte er sich mit der Bewegungsfotografie. Das heißt, er nahm Bewegungen mit einer Langzeitbelichtung von zwei bis drei Sekunden auf, so dass er eine Unschärfe auf den Abzügen erhielt, die in den 1980er Jahren beliebt war.

Doch dann entdeckte er das Stillleben für sich, begann Blumen, bald darauf abgestorbene Blumen zu fotografieren. Vor sechs Jahren kamen die ersten Totenschädel hinzu. Damit war sein Motiv geboren. Er spricht von „Natura morte“. Ein Beispiel ist im Katalog zur Ausstellung abgebildet. Er legte auf ein Metalltablett drei Eierschalen und zwei Maiskolben. Die Reflexe im Vordergrund kostet er im Foto aus. Um Reflexe im Hintergrund auszuschließen, verhängt er die Szene mit einem schwarzen Moltontuch.

Nun machen die Motive den Eindruck, als seien sie von Künstlern aus dem Goldenen Zeitalter entwickelt. Zuweilen legt er auch Gläser, Federn, verdorrtes Gemüse und vertrocknete Blumen auf die sich spiegelnde Platte. Die perfekt gestalteten Bilder schützt er hinter Museumsglas und rahmt sie mit kostbarem Holzrahmen.

Vor 30 Jahren wurde er schon einmal geehrt, damals mit dem Förderpreis der Landeshauptstadt. Kurz darauf holte ihn der damalige Vorsitzende Axel Vater zunächst in den Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen und kurz darauf ins Aufbauteam. Seitdem vergeht keine Ausstellung, bei der er nicht Hand anlegt, in den vergangenen Jahren in Kooperation mit Clemens Goldbach.

Ausstellungsleiter Michael Kortländer konnte nicht nur den Publikumspreis vergeben, sondern auch drei Sondereditionen der diesjährige Förderpreisträgerin Lara Kaiser. Claudia Löffers und Brigitte Baldauf waren anwesend und konnten ihren Preis direkt entgegennehmen, Yvonne Heinemann bekommt ihr Bild zugeschickt.

Info Zur 121. Ausstellung kamen rund 13.000 Besucher; sie spülten mit ihren Kunsteinkäufen einen hohen fünfstelligen Betrag in die Kasse des Veranstalters. Das Geld kommt den Künstlerinnen und Künstlern sowie dem gemeinnützigen Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen zugute.

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