Eine Familienfeier läuft aus dem Ruder

Eine Familienfeier läuft aus dem Ruder

Komödie In "Die Trauzeugen" hat Olivia Newton-John ("Grease") einen ihrer selten gewordenen Auftritte

Diesmal also Australien als Schauplatz für das beliebte Thema einer Familienfeier, bei der alles aus dem Ruder läuft. Dort will David aus London die Australierin Mia heiraten, in die er sich gerade erst auf einer Urlaubsinsel verliebt hat, und seine drei besten Freunde bringt er als Trauzeugen mit. Das Drehbuch schrieb der Engländer Dean Craig ("Sterben für Anfänger"), die Regie übernahm der Australier Stephan Elliott ("Priscilla – Königin der Wüste"). Das Ergebnis dieser ganz einleuchtend klingenden britisch-australischen Zusammenarbeit geriet zwar höchst turbulent, aber auch ermüdend schrill vor lauter Ehrgeiz, möglichst pausenlos Knalleffekte aneinanderzureihen.

Das übliche Rezept britisch-australischer (Film-)Begegnungen wurde diesmal umgestülpt: Hier geraten nicht steife Engländer an raubeinige Australier; vielmehr sorgen ausgeflippte Briten für Chaos in Australiens vornehmsten Kreisen. David wird bei der Ankunft in Sydney an Einreise-Formalitäten vorbei in eine Limousine geschleust, auf einen herrschaftlichen Landsitz entführt, und er erfährt: Er, der britische Habenichts, hat mit Mia die Kronprinzessin einer reichen, mächtigen Familie erwischt. Er teilt mit ihr das übliche Schicksal von Brautpaaren auf pompösen Hochzeitsfeiern: David (Xavier Samuel aus der "Twilight"-Saga) hat ebenso wenig zu sagen wie die hübsche Braut (Laura Brent).

Wichtig sind nur die Titelfiguren, die "Trauzeugen". Sie wollen stets das Beste für ihren Freund David, doch ihre alten Gewohnheiten kommen ihnen in die Quere. Tom (Kris Marshall) hat sich bereits im Internet informiert, wo man das beste Marihuana kaufen kann, ohne das eine große Feier nach seiner Meinung unvollständig wäre. Er gerät an einen höchst eigenartigen Dealer und an die falsche Droge, die den eigentlich ängstlichen Graham (Kevin Bishop) zu einer verblüffenden Festrede verführt. Und weil der Vater der Braut, ein leibhaftiger Senator, mit seinem stolzesten Besitz prahlt – einem Widder aus seiner Merino-Schafszucht – muss das Tier Schabernack erdulden.

Die Streiche des Trios würden in Monotonie versickern, wenn nicht jählings die Mutter der Braut die Führung übernähme. Die seit "Grease" (1978) auf nette Frauenrollen festgelegte Olivia Newton-John nascht energischer als die jungen Engländer vom irrtümlich ins Haus geratenen Kokain, befreit sich aus dem Korsett einer gesitteten Senatorsgattin. Ihr ansteckender Übermut entschädigt für alle Durststrecken im Klamauk. ll

(RP)