Duisburg: Duisburg will Opern-Ehe kündigen

Duisburg: Duisburg will Opern-Ehe kündigen

Die Nachricht machte die Runde wie ein musikalisches Furioso: Duisburgs Kulturdezernent Karl Janssen will die Opern-Ehe mit der Stadt Düsseldorf aufkündigen. So verlautete es gestern Nachmittag aus einer Pressekonferenz, zu der die Verwaltungsspitze der finanziell arg gebeutelten Stadt eingeladen hatte, auf der sie ihre Sparvorschläge vorstellen und kommentieren wollte. Für sein Kulturdezernat hatte Janssen vorgeschlagen, die Opernehe mit dem vergleichsweise wohlhabenden Partner Düsseldorf zum 31. Juli 2012 aufzukündigen, was ihm eine Ersparnis von elf Millionen Euro einbrächte – das sind vier Millionen mehr, als von ihm verlangt worden waren. Dazu erklärte Janssen, dass er die vier Millionen braucht, um weitere wichtige Kulturinstitutionen abzusichern wie das Filmforum, die "akzente", das Lehmbruck-Museum und die Duisburger Philharmoniker.

Die Nachricht machte die Runde wie ein musikalisches Furioso: Duisburgs Kulturdezernent Karl Janssen will die Opern-Ehe mit der Stadt Düsseldorf aufkündigen. So verlautete es gestern Nachmittag aus einer Pressekonferenz, zu der die Verwaltungsspitze der finanziell arg gebeutelten Stadt eingeladen hatte, auf der sie ihre Sparvorschläge vorstellen und kommentieren wollte. Für sein Kulturdezernat hatte Janssen vorgeschlagen, die Opernehe mit dem vergleichsweise wohlhabenden Partner Düsseldorf zum 31. Juli 2012 aufzukündigen, was ihm eine Ersparnis von elf Millionen Euro einbrächte — das sind vier Millionen mehr, als von ihm verlangt worden waren. Dazu erklärte Janssen, dass er die vier Millionen braucht, um weitere wichtige Kulturinstitutionen abzusichern wie das Filmforum, die "akzente", das Lehmbruck-Museum und die Duisburger Philharmoniker.

Wie es mit der darstellenden Kunst in Duisburg nach diesem Plan weitergehen soll, dazu hatte Janssen auch eine Vorstellung: Es gebe keinen Kahlschlag, man wolle auf jeden Fall das Dreispartentheater erhalten, nur nicht mehr als Eigenbetrieb führen. Es würde weiterhin Schauspiel, Ballett und Oper geben — freilich nicht mehr die gewohnten Produktionen, stattdessen Gastspielangebote.

Janssens Vorschlag hat für große Irritationen gesorgt, schließlich steht die Existenz des vielgelobten Modells der Deutschen Oper am Rhein (DOR) auf dem Spiel. Auch Düsseldorf wäre von einem Ehebruch betroffen: Die bewährte Mischkalkulation bräche zusammen, was DOR-Chef Christoph Meyer arg auf dem Magen liegt.

Karl Janssen pokert hoch. Mit seinem radikalen Vorschlag hat er den Schwarzen Peter an die Politik weitergegeben, die bis zum 30. Juni einen ausgeglichenen Haushalt einbringen muss und daher eine Entscheidung treffen muss.

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Es ist nicht das erste Mal, dass dunkle Wolken über dem Duisburger Theater aufziehen und die seit 1965 bestehende Opernehe mit Düsseldorf bedrohen. Eine "Petition für Duisburg" soll die Verantwortlichen zur Einsicht bringen und Bürgerwillen dokumentieren. Die Petition warnt, den Kulturabbau in Duisburg nicht ins Uferlose fortzusetzen: "Nach dem Kahlschlag in der Finanzierung der freien Kultur droht in Duisburg durch gravierende finanzielle Einschnitte nun also auch die Gefahr der Zerschlagung der zentralen Kulturinstitute."

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister äußerte sich nach Erhalt der Nachricht gegenüber der Rheinischen Post: "Ich bedauere die Pläne der Duisburger außerordentlich", sagte Dirk Elbers, "sie kamen nicht sehr überraschend, auch wenn wir es uns anders gewünscht haben. Ich gehe aber in jedem Fall davon aus, dass der bis 2014 geltende Vertrag erfüllt wird."

www.operamrhein.de/petition

(RP)