Düsseldorfer Schauspielhaus: Vertrag von Wilfried Schulz bis 2026 verlängert

Vertragsverlängerung : Düsseldorfer Theater: Schulz bleibt bis 2026

Der Stadtrat stimmte nun zu, den Vertrag des Schauspielhaus-Intendanten zu verlängern.

Es war zuletzt eine Formsache. Wilfried Schulz, Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, bleibt in dieser Funktion weitere fünf Jahre tätig. Der Stadtrat bestätigte den Beschluss des Aufsichtsrates: Schulz’ Vertrag, der 2021 ausläuft, wird bis 2026 verlängert. Das gilt auch für die Kaufmännische Direktorin Claudia Schmitz. Sie hat neben ihren eigentlichen Pflichten die undankbare Aufgabe, die Sanierung am Stammhaus zu managen, was sie, wie man hört, exzellent erledigt. Für das Leitungsteam des Schauspielhauses bedeutet die Entscheidung, dass es nicht nur die für 2020 geplante Wiedereröffnung der Bühnen am Gustaf-Gründgens-Platz gestalten wird, sondern weiteren Spielraum für Kreativität erhält.

Der 66 Jahre alte Schulz kam 2016 von Dresden nach Düsseldorf, wo er zuvor deutlich gemacht hatte, was ein Stadttheater zu leisten und zu bewegen in der Lage ist. Zu dem Zeitpunkt, als die Wahl der Düsseldorfer Intendanz auf ihn fiel, ahnte er nicht, dass das zentrale Bauvorhaben Kö-Bogen II den Spielbetrieb am Gründgens-Platz behindern würde. Er beklagte die Situation unüberhörbar. Ging Stadtspitze und Politikern solange auf Nerven, bis sie ihm Sonderzahlungen in siebenstelliger Höhe für Ausweichspielstätten zusicherten. Schulz und sein Team fanden Alternativstandorte wie das Theaterzelt am Corneliusplatz oder das Dreischeibenhaus. Sie erfanden mobile Formate wie „Nathan to go“, das durch Gotteshäuser tourte. Zudem setzte Schulz durch, in Ausnahmefällen das Schauspielhaus öffnen zu dürfen. Bauarbeiten müssen also ruhen, wenn sich der Vorhang hebt für Produktionen wie „Lazarus“ oder „Der Sandmann“.

Mit dem Bekenntnis zu Wilfried Schulz sind nun nahezu alle entscheidenden Posten in der Düsseldorfer Kulturwelt längerfristig besetzt: Michael Becker, Intendant der Tonhalle und der Düsseldorfer Symphoniker, unterschrieb bis 2024, ebenso Christoph Meyer, Intendant der Deutschen Oper am Rhein und GMD Axel Kober. Offen ist allerdings nach wie vor, wer die Nachfolge von Ballettchef Martin Schläpfer antritt.

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