Dieter Fortes Lesewelten Oberbilk als Protagonistin

Düsseldorf · Als Nachfolger von Friedrich Dürrenmatt feierte der Düsseldorfer Dramatiker Dieter Forte am Basler Theater Erfolge. Zu seinem fünften Todestag macht das Heinrich-Heine-Institut sein Schaffen erlebbar.

 Dieter Forte wird mittlerweile zu den bedeutendsten Schriftstellern der Gegenwart gezählt. Die größte Schule Düsseldorfs wurde nach ihm benannt.

Dieter Forte wird mittlerweile zu den bedeutendsten Schriftstellern der Gegenwart gezählt. Die größte Schule Düsseldorfs wurde nach ihm benannt.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Niemand weiß genau, warum Dieter Fortes Theater-Debütwerk „Martin Luther und Thomas Münster“ nicht wie ursprünglich geplant am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt werden konnte. Fest steht nur, dass die Stadt dem Generalintendanten Karl-Heinz Stroux die Aufführung verbot – und dass Forte sein Stück nach Basel mitnahm und damit überaus erfolgreich wurde. 1970 wurde der Düsseldorfer als Nachfolger von Friedrich Dürrenmatt Hausautor am Basler Theater. „Martin Luther und Thomas Münster“ wurde seither auf mehr als 50 Bühnen gespielt und in neun Sprachen übersetzt, der Autor erlangte auch mit seinen darauffolgenden Werken Berühmtheit. Punkt für Forte.

Düsseldorf hat dazugelernt: Das Heinrich-Heine-Institut widmet dem großen Dramatiker und Erzähler zu seinem fünften Todestag eine Veranstaltungsreihe. Im Zentrum steht die Ausstellung „Dieter Fortes Lesewelten“, die noch bis zum 4. August nie zuvor gezeigte Archivalien aus Fortes Nachlass präsentiert. Dazu gibt es Führungen und literarische Spaziergänge durch Oberbilk – der Stadtteil hat in Fortes Romanen oft eine Hauptrolle.

Hier spielt beispielsweise auch die Trilogie „Das Haus auf meinen Schultern“, unter anderem zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Am Sonntag, 23. Juni und am Freitag, 19. Juli führt um jeweils 14 Uhr eine Tour durch den damals von der Schwerindustrie geprägten Stadtteil. Sie lässt das Werk Fortes lebendig werden und informiert über die Geschichte der Gegend rund um die Kölner Straße, der „Kö der Arbeiter“. Die Führung kostet 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Den Schriftsteller und Menschen Dieter Forte möchten die aus Basel stammende Zeitzeugin und Freundin des Ehepaars Forte Vera Forester, Autor und Journalist Olaf Cless und Enno Stahl vom Heinrich-Heine-Institut dem Publikum näher bringen. Beim Dieter-Forte-Abend am 5. Juni um 19 Uhr liest Cless repräsentative Stücke aus dem reichhaltigen Schaffen des Autors. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Dass Forte in seiner Heimatstadt Spuren hinterlassen hat, lässt sich nicht von der Hand weisen: Mit der Dieter-Forte-Gesamtschule ist die größte Schule Düsseldorfs nach dem Schriftsteller benannt. Dort wird ein Literaturkurs angeboten. Gemeinsam mit dem Schauspieler Victor Maria . Diderich haben die Schülerinnen und Schüler ein künstlerisches Forschungsprojekt geplant. Ihre Auseinandersetzung mit Briefen, Texten und Portraits von Forte will Diderich in Fotografien und Texten festhalten, die Jugendlichen steuern ihre eigenen Beiträge bei. Das Projekt findet am 11. und 12. Juni statt. In welcher Form die Ergebnisse präsentiert werden, ist noch offen. Weitere Veranstaltungen und nähere Informationen zu Dieter Fortes Lesewelten finden Sie unter www.duesseldorf.de/heineinstitut.

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