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Düsseldorf-Lexikon: Kräuterlikör Killepitsch

Düsseldorf-Lexikon: Kräuterlikör Killepitsch

Wer mit einem der ausländischen Gäste spricht, die sich derzeit wegen des ESC in Düsseldorf aufhalten, hört immer wieder ein Wort: Killepitsch. Zwar können nicht alle den Namen des roten Likörs einwandfrei aussprechen, bei den meisten glänzen aber noch die Augen an die Erinnerung des letzten Genusses.

Entstanden ist der Name Killepitsch angeblich aus dem Dialog in Düsseldorfer Platt zwischen Hans Müller-Schlösser, dem Schöpfer des "Schneider Wibbel" und Willi Busch, einem Brauchtums-Experten. Sie sollen in einem Luftschutzkeller gesagt haben: "Bevor sie ons kille, losse mer uns noch eene pitsche." 1955 eröffnete die erste Probier-Stube der Familie Busch, die den Killepitsch immer noch herstellt. Gegründet wurde die Firma 1858. Mittlerweile gibt es viele Rezepte für den roten Likör – mit Red Bull, auf Eis, mit Tonic, halb und halb mit Korn oder mit Gin.

Der Düsseldorfer Schnaps spaltet die Menschen in zwei Lager: Die einen mögen ihn, die anderen überhaupt nicht. Diese Anti-Killepitscher sind dann auch nicht mehr zu überzeugen. Der Legende nach haben sie den Likör einmal probiert und nicht vertragen. Das kann, muss aber nicht vorkommen. Denn Killepitsch gilt auch als Magenbitter.

Die aber, die Killepitsch mögen, halten ein flammendes Plädoyer auf den Schnaps, der aus rund 100 Kräutern hergestellt wird. Sie lieben es, am Kabüffke in der Altstadt zu stehen, das eine oder andere Gläschen zu trinken und dabei mit den anderen Herumstehenden zu plaudern. Mittlerweile ist der Likör auch im Ausland beliebt: Es gibt Verkaufsstellen in Israel, Island, Finnland, Schweden, Bulgarien und Belgien. Also in fast allen ESC-Ländern.

(RP)