1. Kultur

Düsseldorf: Jazz-Festival startet Ende Juli an vielen Orten

Jazz-Festival startet Ende Juli : Das Düsseldorfer Rathaus jazzt

Die Open-Air-Konzertreihe „Jazz und Weltmusik in Düsseldorf“ ist in diesem Jahr auf andere Spielorte ausgewichen. Einer der Stargäste wird der Gitarrist Rafael Cortés sein.

Die Corona-Pandemie und ihre Konsequenzen vor Ort zwingen Veranstalter zu hoher Flexibilität. So muss die traditionsreiche Düsseldorfer Sommerserie „Jazz und Weltmusik in Düsseldorf“ in diesem Jahr ausweichen. Die Konzerte finden nicht auf der freien Wiese am Hofgarten-Pavillon, sondern auf dem Gustaf-Gründgens-Platz und im Innenhof des Rathauses am Burgplatz statt.

Diesmal ist die Reihe auf zwei Wochenenden mit jeweils zwei Konzerten konzentriert. Beginn an allen Samstagen und Sonntag ist 15 Uhr.

Samstag, 31. Juli

Auf dem Gustaf-Gründgens-Platz gibt es die beiden Projekte „Accordion Affairs“ und „ZMEI3“. Zunächst stellen Jörg Siebenhaar (Klavier und Akkordeon), Konstantin Wienstroer (Bass) und Peter Baumgärtner (Schlagzeug) ihre neue CD „Le Petit Oiseau“ vor. Der Titel entstammt einer Begegnung aus Siebenhaars Privatleben. Eine Weile lange leistete dem Akkordeonisten jeden Morgen beim Üben im Garten ein kleines Rotkehlchen Gesellschaft. Nun hat Siebenhaars Band diesem possierlichen Vogel ein ganzes Album gewidmet. Dafür wählten die Musiker Lieblingsstücke von Bach bis Sting, Klassiker des Tango von Carlos Gardel und Paolo Fresu, Pop von den Beatles, Grenzüberschreitendes von Carla Bley. Die Veranstalter versprechen „hochsensible, warme Musik“.

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Das Projekt „ZMEI3“ gestaltet die gleichnamige Band rumänischer Immigranten aus Berlin. Deren Sound nennt sich „Rough Romanian Soul“ und bietet eine Mischung aus Indie-Pop, Blues und Soul mit Einflüssen aus Jazz und Avantgarde. Es kommt, wie es heißt, zu „psychedelischen Klanglandschaften“. Der „Tagesspiegel“ schreibt: „Eine leidenschaftliche Performance, laut und euphorisch, virtuos und ergreifend“.

Sonntag, 1. August

Ebenfalls auf dem Gustaf-Gründgens-Platz musizieren die Klezmer-Band Tovte und das Jazz Ensemble Düsseldorf. Tovte spielt jiddische Lieder und Tanzmusik sowie Tango-Klassiker. Gefunden hat sich die Gruppe im Sommer 2012, zunächst als Straßenmusik-Kapelle um Tobias Gubesch. Direkt von der Straße weg wurde Tovte eingeladen, auf einer jüdischen Hochzeit in der Synagoge Köln zu spielen. Das war die Geburtsstunde der Band und die Initialzündung für eine Reise in die Welt des Klezmer. Inspiration erhielten Tovte von namhaften Musikern wie dem David Orlowsky Trio und Giora Feidman. 2019 erspielte sich Tovte den Sonderpreis beim „NRW Creole Wettbewerb“ für Weltmusik.

Das Jazz Ensemble Düsseldorf mit Mathias Haus (Vibrafon), Phi­lipp van Endert (Gitarre), Sebastian Gahler (Klavier), Nico Brandenburg (Bass) und Peter Weiss (Schlagzeug) ist ein Kollektiv Düsseldorfer Jazzmusiker – jeder ein Profi an seinem Instrument, aktiv als Dozent, Komponist oder Arrangeur, fast alle ehemalige Förderpreisträger der Stadt, jeder reich an musikalischen Erfahrungen im In- und Ausland – und verbunden mit ihrer Musik, dem Jazz und ihrer Stadt: Düsseldorf. Das Ensemble versteht sich als „kreative Ideenschmiede“.

Samstag, 7. August

Im Rathaus-Innenhof spielen das Philipp-Schittek-Quartett und das Rafael-Cortés-Trio. Die vier jungen Musiker um den Posaunisten Phi­lipp Schittek kannten sich teilweise schon, bevor sie an die Folkwang-Universität Essen kamen. In unterschiedlichen Formationen habe sie in dieser Zeit ihr Zusammenspiel verfeinert. Ihr Motto: „Sie spielen frischen, modernen Jazz, behalten aber immer die Tradition und gesangliche Melodie im Auge.“

Einige Fans verehren den in ebenfalls in Essen lebenden Gitarristen Rafael Cortés als einen der größten Hoffnungsträger der internationalen Flamenco-Szene. Nebst seiner Zusammenarbeit mit Stars wie Paco de Lucia oder Al Di Meola wird Rafael Cortés auch immer wieder von den Fantastischen Vier auf die Bühne gebeten. Kaum jemand verkörpert das andalusische Lebensgefühl in deutschen Breiten so authentisch wie Cortés.

Sonntag, 8. August

Im Rathaus-Innenhof spielen das Trio Dömling-Wagner-Mackenthun und das Duo Schriefl/Bär. Das Trio mit dem Bassisten Norbert Dömling, dem Akkordeonisten Martin Wagner und dem Gitarristen Jens Mackenthun steht laut Veranstalter für „Ruhe, Besonnenheit, Hingabe, Frieden, Freiheit, Schönheit und die Liebe“. Gleichwohl hat „der zeitgenössische europäische Jazz des Trios viele Facetten“.

Matthias Schrief und Johannes Bär spielen folgende Instrumente: Trompete, Flügelhorn, Pikkolo-Trompete, Alphorn, Horn, Bass-Flügelhorn, Posaune, Euphonium, Ophikleide, Tuba – je nachdem, was auf die Bühne passt. Gerade die Sachen, die eigentlich in der Musikwelt verboten sind, machen Schriefl und Bär besonderen Spaß: So wird ein Händel als Rock ’n’ Roll dargeboten, ein selbstgeschriebener Schlager voller Lust verformt, ein Jodler zum Grooven gebracht.