Was es am Düsseldorfer Schauspielhaus zu sehen gibt Alles Theater

Service | Düsseldorf · Die aktuelle Saison am Düsseldorfer Schauspiel neigt sich ihrem Ende entgegen. Doch noch wird es Premieren und Uraufführungen geben. Zudem ist der Spielplan mit der „Saisonware“ noch gut gefüllt. Alles Sehenswerte mit den Kritiken finden Sie hier.

 Eine Szene aus ersen Proben zu „Glaube, Liebe, Fußball“ - dem geplanten Open-Air-Stück zur Fußball-EM.

Eine Szene aus ersen Proben zu „Glaube, Liebe, Fußball“ - dem geplanten Open-Air-Stück zur Fußball-EM.

Foto: Melanie Zanin

Er neige nicht zu Pathos, hatte Intendant Wilfried Schulz zum Ausgang der vergangenen Spielzeit erklärt. Doch erstmals habe sich in Düsseldorf eine Spielzeit entwickelt wie geplant. Das heitß: keine Umbauten, kein Ausweichquartier, keine Krisen. Nach sieben Jahren habe er endlich das Gefühl, ganz normal ein großes Theater zu leiten und sich auf Inszenierungen und Inhalte konzentrieren zu können. „Wir sind angekommen. Ein bisschen spät, aber jetzt sind wir da“, so Schulz. Inzwischen ist die neue Spielzeit mit 27 Prmeieren in allen Sparten weit vorangeschritten mit vielen Ereignissen, Erlebnissen, allerhand Theatererfahrungen.

So eröffnete die aktuelle Spielzeit

Am 26. August wurde mit dem traditionellen Publikumsfest die Spielzeit eingeläutet. Als erste Premiere im Großen Haus inszenierte Evgeny Titov „Richard III:“, die Titelrolle spielt André Kaczmarczyk. In Optik und Besetzung ähnelte das Shakespeare-Drama seinem Vorgänger „Macbeth“. Für Dramaturgin Janine Ortiz: „Richard III. ist der Inbegriff eines Diktators.

Stücke als Kommentare zur Gegenwart

Es folgte im Großen Haus Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ in der Regie von Laura Linnenbaum und im Oktober die Uraufführung „Keine Sorge (Religion)“, Autor und Regisseur war Bonn Park. Den Monolog „Prima Facie“ von Suzie Miller – erfolgreich schon im Londoner Westend – spielt faszinierend Lou Strenger: eine selbstbewusste Verteidigerin, die in „Me Too“-Prozessen gerät in eine solche Situation gerät.

Theater für Kinder und Jugendliche

Als Gemeinschaftsproduktion von Schauspiel und Jungem Schauspiel kam November das großartige Kinder- und Familienstück „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ von F. K. Waechter nach dem Grimm’schen Märchen auf die Bühne des Großen Hauses – in der Regie von André Kaczmarczyk. Das Junge Schauspiel brachte die Open-Air-Aufführung „Panda-Pand“ Ende August im Hofgarten. Es folgten im September „Time to Shine“ mit Ikonen des Hiphop und dem Ensemble, „Die Räuber“ mit einem neuen, kühnen Blick auf Schillers Bande, „Das Pommes Paradies“ über Kinderarmut, inszeniert von Liesbeth Coltof.

Das sind die verwandelten Klassiker

Im Januar, Februar und März folgten drei weitere Premieren mit großen Namen: „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen in der Regie Bernadette Sonnenbichler, „Woyzeck“ von Georg Büchner (Regie Luise Voigt) sowie „Die Orestie. Nach dem Krieg“ nach Aischylos, inszeniert vom ukrainischen Regisseur Stas Zhyrkov, der fürs Stadt:Kollektiv die berührende „Odyssee“ mit geflüchteten ukrainischen Frauen umsetzte.

Große Bühne für große Literatur

Im Kleinen Haus ist seit September „Arbeit und Struktur“ nach dem berührenden Tagebuch zu sehen, das Wolfgang Herrndorf („Tschick“) hinterließ. Weitere Premieren waren „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller, „Amphitryon“ von Heinrich von Kleist sowie die Vaudeville-Produktion „Folies! Folies! Finis.“ mit Studierenden des Düsseldorfer Schauspielstudios,

Ab in den Keller, das bietet das Unterhaus

Drei Premieren gab es im Unterhaus, drei weitere beim Stadt:Kollektiv – unter anderem mit „Dschinns“, „Leonce und Lena“ und „Zorn“.

Die große Uraufführung in Düsseldorf

Das jüngste Stück ist eins der aufsehenerregendsten: Es heißt: „Homeoffice“ und stammt aus der Feder und wurde inszeniert unter der Regie des japanischen Starautors und Regisseurs Toshiki Okada.

Alles Fußball, oder was?

„Mit sichtlichem Vergnügen kündigte Wilfried Schulz jüngst noch das Open-Air-Stück „Glaube, Liebe, Fußball“ an. Zur bevortstehenden Europameisterschaft sollen sich bei diesem multinationalen Spektakel Theaterbesucher und Fußballfans auf dem Gustaf-Gründgens-Platz hoffentlich friedvoll vermischen. Mal schauen.

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