1. Kultur

Diabetes bei Kindern

Diabetes bei Kindern

Bei Kindern und Jugendlichen, die an Diabetes erkranken, handelt es sich fast immer um Typ 1-Diabetes. Im Gegensatz zum "Altersdiabetes" oder Typ 2-Diabetes gibt es dabei keinen Zusammenhang mit falscher Ernährung, Übergewicht oder mangelnder Bewegung.

Ursache Beim Typ 1-Diabetes werden die Zellen, die den lebenswichtigen Botenstoff Insulin produzieren, unaufhaltbar vom körpereigenen Immunsystem zerstört. Der Typ 1-Diabetes kann schon bei Kindern im ersten Lebensjahr oder aber auch erst im frühen Erwachsenenalter auftreten. In den letzten Jahrzehnten findet man eine Zunahme des Diabetes vor allem im Kindes- und Kleinkindalter.

Symptome Typische Symptome, wenn ein Diabetes auftritt, sind eine sehr hohe Trinkmenge, häufiges Wasserlassen oder erneutes nächtliches Einnässen. Im weiteren Verlauf verlieren die Kinder an Gewicht und werden durch einen Energiemangel zunehmend lustlos und apathisch. Der Kinder- und Jugendarzt kann oft durch eine einfache Urinuntersuchung die Diagnose stellen. Dann ist eine Behandlung mit Insulin erforderlich.

Therapie Leider gibt es Insulin nicht als Tablette, sondern es muss immer noch mehrmals täglich unter die Haut gespritzt werden. Eine Pumpentherapie kann die Therapie erleichtern. Die Pumpe erkennt aber nicht, wie viel Insulin benötigt wird. Dies muss weiterhin stets vom Kind, seinen Eltern oder Betreuern entschieden werden. Vor jeder größeren Mahlzeit wird in einem Blutstropfen der Blutzucker bestimmt. Dann plant der Patient, wie viel er essen möchte, und muss sich dementsprechend Insulin spritzen.

Intensive Schulung Um dies alles zu erlernen, werden die Patienten und deren Eltern in den ersten beiden Wochen nach Diagnose des Diabetes intensiv geschult. Durch das Insulin normalisieren sich alle Stoffwechselprozesse schnell, und das betroffene Kind erreicht bald wieder seine gewohnte Leistungsfähigkeit.

Richtige Einstellung Nun gilt es, den Diabetes so gut wie möglich einzustellen, zu niedrige und zu hohe Blutzuckerwerte zu vermeiden. Unterzuckerungen können, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden, zu einer Unterversorgung des Gehirns bis hin zur Bewusstlosigkeit führen. Deshalb ist es wichtig, dass das Kind mit Diabetes die Symptome der Unterzuckerung kennt und bei dem Gefühl der Unterzuckerung jederzeit, zum Beispiel auch während der Schulstunde, seinen Blutzucker kontrolliert.

Auch zu hohe Blutzuckerwerte treten bei der Insulinbehandlung immer wieder auf, denn die Insulintherapie so gut zu steuern, wie es die eigene Bauchspeicheldrüse vermag, ist nicht möglich. Die hohen Blutzuckerwerte machen meist keine akuten Beschwerden.

Mögliche Folgeschäden Wenn der Blutzucker aber dauerhaft erhöht ist, führt dies im Körper zur Schädigung lebenswichtiger Organe. Vor allem Augen und Nieren sind davon betroffen. Erste Schäden kann man nach zehn Jahren Diabetes bei unzureichender Therapie feststellen. Um das zu vermeiden, ist eine gute Therapie des Diabetes sehr wichtig. Schwierig ist es häufig bei den sehr kleinen Patienten im Vorschulalter, die noch nicht einschätzen können, wie viel sie essen möchten. In der Pubertät kommt es zu einem stark ansteigenden Insulinbedarf. Außerdem lernen die Jugendlichen dann in dieser Lebensphase, den Diabetes immer mehr eigenverantwortlich zu behandeln.

Hilfe im Team Wichtig ist es, in schwierigen Phasen die betroffenen Familien mit dem ganzen Team aus Diabetesberatern, Ärzten, aber auch Psychologen und Sozialarbeitern zu unterstützen. In Ferienschulungen vertiefen die Kinder ihr Wissen und können mit anderen Kindern Selbstständigkeit erproben. Klassenfahrten oder Urlaube ohne die Eltern werden dann oft zur ersten Herausforderung für die Jugendlichen. Eine Heilung des Diabetes oder eine künstliche Bauchspeicheldrüse ist noch nicht in Sicht. Ziel ist, dass Kinder mit Insulintherapie ein normales, kindgerechtes Leben führen können.

(RP)