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Devo: Nach 30 Jahren wieder eine gute Platte

Devo: Nach 30 Jahren wieder eine gute Platte

Dass es diese Platte überhaupt gibt, ist eine Überraschung. Dass sie gelungen ist, darf man als Sensation bezeichnen. Die amerikanische Band Devo ging 1978 mit ihrem von Brian Eno produzierten Debütalbum "Q: Are We Not Men? A: We Are Devo!" in die Geschichte der Popmusik ein. Das ist eine makellose Platte, Punk mit dem Flair von David Bowie, humorvoll zudem und schon mit einem Bein im New Wave stehend; auf ewig gültig.

Nach der Veröffentlichung verfeinerte die Band um Sänger und Komponist Mark Mothersbaugh ihr satirisches Konzept der De-Evolution, vom dem sich der Name der Gruppe ableitet. Die Menschheit entwickelt sich zurück, glaubt Devo, vor allem die amerikanische. Sie traten in lustigen Verkleidungen auf, spielten plötzlich lupenreinen Elektropop und erlangten jenen Kult-Status, der Künstler auch dann vor Kritik schützt, wenn ihnen wenig gelingt. Dabei gab es in all den Jahren nur noch eine gute Platte von Devo: "New Traditionalists" erschien 1981.

Nun also "Something For Everybody". Ein neues Album, das das beste aus der krachigen und der elektronischen Phase der Band verbindet. Es ist kaum zu fassen, aber zuzuhören ist hier reiner Spaß. Das Tempo ist hoch, der Sound frisch, und überhaupt klingen die zwölf Songs so unbekümmert, dass man es ruhig noch mal sagen darf: Da musizieren 60-Jährige, die seit fast 40 Jahren im Geschäft sind.

Schön, dass sie nicht aufgehört haben. PHILIPP HOLSTEIN