Premiere in der Deutschen Oper am Rhein Anatevka zwischen Brauchtum und Broadway-Charme

In der Regie von Felix Seiler versinkt das vielgespielte Stück nicht in Folklore, der Spagat zwischen Tradition und Moderne gelingt. Musiker und Darsteller glänzten, das Publikum jubelte. Und auch die melancholischen Töne kamen nicht zu kurz.

Jüdische Familiengeschichte mit viel Lebensfreude: Anatevka nach der Inszenierung von Felix Seiler.

Jüdische Familiengeschichte mit viel Lebensfreude: Anatevka nach der Inszenierung von Felix Seiler.

Foto: Sandra Then

So ein kleines Pogrom müsse manchmal eben sein, sagt der russische Wachtmeister kurz vor Ende des ersten Akts. Er führe ja nur Befehle aus, bedauere die Anordnung sogar, weshalb er Tevje, den Milchmann, auch vorab warne. Kurz darauf tauchen er und seine Schergen auf einer Hochzeitsfeier auf und lassen ihrer Zerstörungswut freien Lauf.