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Der Düsseldorfer Bildhauer Karl-Heinz Klein ist gestorben

Zum Tode von Karl-Heinz Klein : Meister des Blickfangs

Karl-Heinz Klein wurde vor allem durch seinen stadtgeschichtlichen Brunnen an der Maxkirche bekannt. Der Düsseldorfer Bildhauer und Maler ist jetzt 95-jährig gestorben.

Karl-Heinz Klein hat mit seinen Skulpturen für den öffentlichen Raum an zahlreichen Plätzen in und rings um Düsseldorf Zeichen gesetzt. Doch sein Name stand immer im Schatten seiner Kunst. Vor zwei Wochen ist er, wie erst jetzt bekannt wurde, 95-jährig gestorben.

Ungezählte Besucher der Düsseldorfer Altstadt sind im Lauf der Jahrzehnte schon an seinem hoch aufragenden bronzenen Brunnen neben der Maxkirche vorbeigelaufen, mancher wird sich mit Gewinn in dessen Bildsprache und Beschriftung vertieft haben. Denn die Auftragsarbeit zum 50-jährigen Bestehen der Düsseldorfer Jonges erzählt anhand von Zeittafeln und plastischen Szenen die Geschichte der Stadt.

Man kann nacherleben, wie Graf Adolf von Berg im Jahr 1288 dem Dorf an der Düssel die Stadtrechte verlieh, wie Jan Wellem 1710 den Ausbau der Neustadt ins Werk setzte, wie Napoleon 1811 vor dem Berger Tor stand, Heinrich Heine sich tief in die Geschichte der Stadt einschrieb und Fritz Henkel zusammen mit anderen großen Unternehmern Düsseldorf zum Industriestandort machte.

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Karl-Heinz Klein stand schon früh im Banne der Figürlichkeit und pflegte diese Vorliebe über die Jahrzehnte hinweg, einschließlich der Jahre, als die Ungegenständlichkeit in der Kunst alles andere zu überstrahlen drohte. Auch die Tatsache, dass er als Künstler zu 90 Prozent Aufträge ausführte, trug nicht unbedingt zu seiner Bekanntheit bei. Sein Name ziert nicht einmal den Brunnen an der Maxkirche.

Werner Schmalenbach, der Gründungsdirektor der Kunstsammlung NRW, hat einmal geäußert, dass Kunst im öffentlichen Raum gerade so nicht aussehen dürfe. Ihm, dem Verfechter der Moderne, war das zu brav, zu traditionell, zu wenig wegweisend. Doch nicht jeder sieht das so. Wenn Klein gelegentlich zu seinem Denkmal zurückkehrte und mit Passanten ins Gespräch kam, erfuhr er eigenen Worten zufolge, wie dankbar viele für seinen anschaulichen stadtgeschichtlichen Schnellkurs waren. Wie seine Brunnen schier überborden von plastischen Erinnerungen, so sprudelte es aus ihm selbst hervor, wenn er Gästen sein Leben und seine Arbeit schilderte.

Mit über 80 fing er noch einmal etwas Neues an: Der Bildhauer wurde zum Maler. In Anlehnung an Beckmann und Picasso ließ er farbenreich Figuren auferstehen, die dem Betrachter aus der großen jüngeren Kunstgeschichte geläufig sind. "Unterschwellig gab es bei mir den Wunsch nach Malerei schon immer", erläuterte er damals.

Der gebürtige Elberfelder hatte 1943 sein Studium an der Düsseldorfer Akademie begonnen, wurde dann Soldat, geriet in russische Kriegsgefangenschaft und begann 1947 ein zweites Mal zu studieren, diesmal glücklicherweise bis zum Abschluss. 1953 bezog er ein eigenes Atelier, arbeitete zunächst noch bei anderen Bildhauern mit und machte sich dann vollends selbstständig. In der Golzheimer Siedlung hatte ihm die Stadt Düsseldorf günstigen Wohn- und Atelierraum zur Verfügung gestellt.

Zwischen Neuss und Ratingen, Essen und Bonn, Bingen und Olpe hat Karl-Heinz Klein dauerhafte Zeichen gesetzt - ein Meister des städtischen Blickfangs.