1. Kultur

Der "Buchclub Ddorf" trifft sich in der Zentralbibliothek

Erste Sitzung des „Buchclub Ddorf“ : Alleine lesen, gemeinsam darüber sprechen

An jedem letzten Donnerstag im Monat trifft sich der neue „Buchclub Ddorf“ in den Räumen der Zentralbibliothek, um über ein literarisches Werk zu diskutieren.

Beim Start ruckelte es noch ein wenig. Sollte man das dicke Buch von der „Blauen Frau“ wirklich ganz gelesen haben? Man sollte. Doch willkommen war auch, wer nur aus Neugier mal vorbeischauen wollte bei der ersten Sitzung des „Buchclub Ddorf“ in der Zentralbibliothek. Ein gutes Dutzend Lesefreunde betrat schließlich den großzügigen „Freiraum“ im KAP 1, der für informelle Treffen und Gespräche zur Verfügung steht. Annette Krohn, Programmleiterin der Düsseldorfer Stadtbüchereien, und Ute Romeike, Inhaberin der Hörbuchhandlung Romeike, haben sich das neue Format ausgedacht. An jedem letzten Donnerstag im Monat können sich ab sofort Buchfans treffen und über einen vorher im Programmheft angekündigten Roman austauschen: „Alleine lesen, zusammen darüber sprechen“, lautet das Motto. Beginn ist immer um 18 Uhr, die Dauer auf eine gute Stunde begrenzt. Eine Anmeldung ist nicht vorgesehen.

Das dicke Buch führte dann schnell zu einer lebhaften Debatte. Mit dem Roman „Die blaue Frau“ gewann die Autorin Antje Ravik Strubel im letzten Jahr den Deutschen Buchpreis. Nicht alle Buchclub-Gäste hatten die Lektüre vollständig geschafft. Einige waren nach dem ersten Teil bereits etwas ratlos steckengeblieben. Das variationsreiche Handlungskonstrukt, welches in einem großen Spannungsbogen von einer Gewalterfahrung und ihren fatalen Folgen berichtet, erfordert eine konzentrierte Lektüre oder, wie eine der Leserinnen anmerkte, „am besten zweimal lesen.“

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Wie spricht man sinnvoll und gewinnbringend über Bücher, ohne dass es zu unerquicklichem Streit kommt? Annette Krohn war eigens nach Hamburg gefahren und hatte sich im Buchclub der dortigen Stadtbibliothek kundig gemacht. Daumen  hoch, Daumen runter oder eine unentschiedene Haltung bestimmen den Beginn jedes Gesprächs an der Alster. Um dann am Ende beim erneuten Daumenzeigen festzustellen, ob sich die eine oder andere Meinung geändert hat.

Die Geschichte um Adina, den letzten Teenager in einem zunehmend entvölkerten Dorf im tschechischen Riesengebirge, führt über Berlin in die Uckermark und schließlich nach Helsinki. Was mit der jungen Frau geschah, war den vorwiegend weiblichen Gästen des neuen Buchclubs ziemlich unter die Haut gegangen. Beim nächsten Mal am 24. Februar soll mit Benedict Wells‘ Roman „Hard Land“ etwas weniger Dramatisches serviert werden. „Lesen ist eine einsame Angelegenheit“, sagt Annette Krohn und lädt ein: „Kommen Sie vorbei. Wir freuen uns auf angeregte Gespräche.“