Deep Purple Jon Lord ist tot

Deep Purple Jon Lord ist tot

Die Hammond-Orgel war sein Instrument, die Fusion von Klassik und Rock seine Vision. Umgesetzt hat Jon Lord sie mit der von ihm mitbegründeten Band Deep Purple in einigen der besten Songs der Rockgeschichte. "Child In Time" (1970) zum Beispiel, und in dem noch berühmteren "Smoke On The Water" (1972). Beides sind elegische, epische, raumgreifende Stücke, von der Band live auf der Bühne inszeniert als Kampf zwischen Orgel und Gitarre. Dabei kann es natürlich keinen Sieger geben – obwohl Lords ausuferndes Orgel-Intro von "Child In Time" alleine eine Gänsehaut garantiert. Zehn Minuten und 22 Sekunden dauert der Song, er ist bis heute ein Monument. Genauso wie die Band.

Jon Lords Verdienst ist es, mit Deep Purple das Spektrum des Rock um eine Spielart erweitert zu haben – Heavy Metal. Lord war der Ideengeber, er komponierte auch das "Concerto for Group and Orchestra", das die Band mit dem Royal Philharmonic Orchestra einspielte. Das Konzept, Rockmusik zur Kunstform zu erklären, funktionierte so gut, dass die Briten bis heute mehr als 150 Millionen Alben verkauften. Jon Lord stieg 2002 aus, die Musik ließ ihn aber nicht los. Gestern wurde bekannt, dass Jon Lord 71-jährig an einer Lungenembolie in London gestorben ist.

(RP)
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