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Debatte um den Standort Düsseldorf: Fotoinstitut-Verein schießt gegen Experten

Debatte um den Standort Düsseldorf : Fotoinstitut-Verein schießt gegen Expertenkommission

Ein von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Auftrag gegebenes Konzept zum Bau eines nationalen Fotoinstituts wird massiv kritisiert. In einem Schreiben wird den Experten vorgeworfen, voreingenommen gewesen zu sein.

(maxi/kl) Nach der Empfehlung einer Kommission, ein nationales Fotoinstitut in Essen anzusiedeln, werden die Experten massiv kritisiert. In einem Schreiben wirft der Düsseldorfer Verein zur Gründung und Förderung eines Deutschen Fotoinstituts dem Gremium vor, nicht sauber gearbeitet zu haben. Der Verein hatte sich für den Standort Düsseldorf eingesetzt und dafür ein Konzept erstellt.

„Vollkommen aus der Luft gegriffen“ sei „die Behauptung“, der Düsseldorfer Vorschlag konzentriere sich ausschließlich auf die aktuelle künstlerische Fotografie und auf die Weiterentwicklung von Technologien zum Erhalt von Fotokunst-Meisterwerken. „Nirgendwo in unserem Konzept findet sich diese Einschränkung, noch ist sie gewollt“, heißt es vom Verein. Auf Unverständnis stößt zudem der Hinweis der Experten auf die Nähe zum Rhein, sollte das Institut am Düsseldorfer Ehrenhof gebaut werden. Das Gremium hatte erklärt, dass eine unterirdische Lagerung von Sammlungsbeständen dort nicht möglich sei, man fürchte „Wassereinbruch, Pilz- und Schimmelbildung“. Der Einwand sei „nicht nachvollziehbar“, heißt es in dem Schreiben. Die unterirdische Unterbringung sei klimatisch sogar von Vorteil. Die Frage nach der wirtschaftlichen Ausrichtung des Düsseldorfer Konzept habe man im Vorfeld verneint. Dass dieses Argument „weiterhin zur Kritik genutzt wird, ist unlauter“, so der Verein. Kritisiert wird zudem, dass die langjährige stellvertretende Direktorin des Essener Folkwang-Museums, Ute Eskildsen, der vierköpfigen Kommission angehörte, nicht aber ein Düsseldorfer Vertreter.

Das Gutachten decke sich zu großen Teilen „mit unserem Konzept“, so die Autoren. „Teilweise vorhandene Kritik ist konstruiert oder überzogen.“ In Bezug auf die Standortwahl wirke das Gutachten „wenig überzeugend und voreingenommen“.

Die Expertenkommission war vergangenen Sommer von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) eingesetzt worden und hatte am Dienstag ihr Konzept vorgestellt.