1. Kultur

Das Heine-Haus in Düsseldorf lädt ein zum Poesie-Fest

Poesie-Fest in Düsseldorf : Bilderstarke Stunden im Heine-Haus

Die wunderbare Macht der Sprache können Literaturfreunde Anfang September in der Literaturhandlung im Heine-Haus erleben. Vom 2. bis 5. September sind renommierte Lyriker wie Tomas Venclova und Durs Grünbein zu Gast beim Poesie-Fest.

Auch wenn die Auguren, mit oder ohne Vogelschau, ihre düsteren Pandemie-Orakelsprüche abgeben: In Düsseldorf beginnt der Herbst mit schönen Festlichkeiten. Neben dem opulent daher kommenden Düsseldorf-Festival nebst eigenem Theaterzelt am Burgplatz wird auch das Heine-Haus auf der Bolkerstraße seine Gäste zu einem Fest begrüßen.

 Kinga Tóth macht Poesie zur Performance.
Kinga Tóth macht Poesie zur Performance. Foto: Szabina Peter

Das Poesie-Fest dieses Jahres – es findet vom 2. bis 5. September statt – trägt den Titel: „Was für ein Licht das uns verlängerte“. Das Motto stammt von der in Berlin lebenden Lyrikerin Monika Rinck. Alle eingeladenen Autorinnen und Autoren, darunter zwei Psychiater, haben in der literarischen Szene längst ein Renommee. Am Eröffnungsabend, Freitag, 2. September, um 19 Uhr wird der litauische Schriftsteller Tomas Venclova seinen neuen Gedichtband präsentieren: „Variation über das Thema Erwachen“. Über sein Werk schrieb ein Rezensent: „Venclova ist Litauens Stimme in der Weltliteratur. Ein lakonischer Elegiker und moderner Klassiker.“

 Tomas Venclova galt als die Stimme Litauens.
Tomas Venclova galt als die Stimme Litauens. Foto: Sabine Lohmüller

Am Folgetag beginnt die poetische Festlichkeit am Nachmittag, 16 Uhr, mit dem Besuch von Farhad Showghi. Der 1961 als Sohn einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters in Prag geborene Autor ist Psychiater und Verfasser von Prosatexten und Gedichten in deutscher Sprache, übersetzt aber auch aus dem Persischen. In Düsseldorf stellt er am Samstagnachmittag sein neues Werk „Anlegestelle für Helligkeiten“ vor.

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Anschließend werden die Gäste Kinga Tóth kennenlernen. Die studierte Sprachwissenschaftlerin wurde 1983 in der westtransdanubischen Stadt Sárvar geboren. Sie ist Autorin, unterrichtet deutsche Sprache und Literatur und arbeitet als Journalistin. Ihre Lyrik, aber auch Kurzgeschichten und Theaterstücke, schreibt sie in den Sprachen Ungarisch, Deutsch und Englisch. Tóth sorgt bei ihren Auftritten mit überraschender Sound-Unterstützung dafür, dass aus leise daher kommender Poesie regelrechte Performances werden. „Maislieder“ heißt ihr neuestes Werk, das sie zusammen mit Christian Thanhäuser durch Grafiken illustriert hat.

Danach darf man sich auf einen Abend mit Birgit Kreipe freuen, einer 1964 in Hildesheim geborenen Psychologin, die neben ihrer klinischen Tätigkeit bereits zahlreiche Gedichte veröffentlicht hat. Kritiker vergleichen die Bildkraft ihrer Sprache mit der von Sarah Kirch. Der Lyriker Nico Bleutge schrieb über einen Band seiner Kollegin: „So dicht schieben sich bisweilen die Bilder übereinander, dass man als Leser nur staunend zusehen kann, wie die Kinder vor ihrem ‚magischen Fernseher‘.“ Das dreiteilige Lyrik-Programm mit Showghi, Tóth und Kreipe gibt es erneut am Sonntag, 4. September, 12 Uhr.

Mit dem Besuch von Durs Grünbein am Montagabend. 5. September, 19.30 Uhr, endet das Poesiefest. Der aus Dresden stammende Lyriker ist seit Jahren regelmäßiger Gast im Heine-Haus. Neben seinen poetischen Arbeiten tritt er auch mit gesellschaftspolitischen Kommentaren in Erscheinung. Im Wintersemester 2007/ 2008 war er Gastprofessor an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität, danach Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Bereits mit 33 Jahren erhielt Grünbein den Georg-Büchner-Preis.

Fünf Jahre nach „Zündkerzen“ ist aktuell Grünbeins Band „Äquidistanz“ erschienen, mit neuen Gedichten. Dort verbindet sich die genaue Betrachtung kleiner Dinge mit feinen Ironie eines Beobachters, dem gerade das unter den großen Themen Verschüttete am Herzen liegt. Der in Rom lebende Dichter nimmt hierbei auch Italien in seinen Blick.

Infos unter www.heinehaus.de,