1. Kultur

Corona: Neue Verordnung erlaubt mehr Publikum in Kino und Theater

Kinos und Theater : Jeder Platz kann besetzt werden

Ab Montag gilt eine neue Corona-Schutzverordnung. Kinos und Theater profitieren davon, da sie künftig ein größeres Publikum einladen können. Ein fester Sitzplan soll die Rückverfolgung möglich machen.

Es ein weiterer Schritt in Richtung Normalitä:. Am Montag, 15. Juni, tritt eine neue Fassung der Corona-Schutzverordnung in Kraft. Sie gilt vorerst bis zum 1. Juli. Eine der vielen Neuerungen lässt Kino- und Theaterbetreiber aufhorchen: Bei Erstellung eines Sitzplans kann bei kulturellen Veranstaltungen die Abstandregel von 1,5 Metern in den Zuschauerreihen entfallen.

Auswirkungen für Betreiber

Für die Betreiber von Kinos und Theatern bedeutet das, dass sie künftig mehr Besucher in die Vorstellungen lassen können. Ab Montag, 15. Juni, kann theoretisch jeder Sitzplatz im Vorstellungssaal besetzt werden. Wenn die Größe des Publikums allerdings 100 Personen überschreitet, muss ein besonderes Hygiene- und Schutzkonzept vorliegen. Das entsprechende Konzept muss mit der entsprechenden Gesundheitsbehörde abgestimmt sein. Gleichwohl gilt, dass auch bei Veranstaltungen dieser Größe die Abstandsregelung entfallen kann.

Wichtigste Voraussetzung ist die genaue Erfassung des Sitzplanes. Wurde früher lediglich festgehalten, wer bei der Veranstaltung war, wird ab Montag dokumentiert wer wo saß. Dadurch soll die Rückverfolgung gewährleistet werden.

  • Irrtümlich entfernten Mitarbeiter der Burggemeinde Brüggen
    Corona in Brüggen : Gemeinde entfernt irrtümlich Schilder zur Maskenpflicht
  • Die Außengastronomie darf im Kreis Wesel
    Shopping, Konzerte, Gastronomie : Diese Corona-Regeln gelten ab Mittwoch im Kreis Wesel
  • Ein Fußball-Training ist mit bis zu
    Wer darf trainieren? : Corona-Regeln im Kreis Wesel – das ist im Sport jetzt erlaubt

Auswirkungen für Besucher

Die Regeln für Besucher sind ähnlich wie zuvor. Beim Betreten und Verlassen des Kinos oder Theaters muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Gleiches gilt für den Toilettengang. Auf den Sitzplätzen gilt keine Maskenpflicht. Neu ist allerdings, dass jede Person einen fest zugewiesenen Sitzplatz bekommt – und dass man künftig wieder direkt neben fremden Menschen sitzt.

Beispiele der konkreten Umsetzung

Filmkunstkinos. Direkt betroffen von der neuen Corona-Schutzverordnung sind beispielsweise die Düsseldorfer Filmkunstkinos. Wie Gesellschafter Kalle Somnitz im Gespräch mit der Redaktion angibt, werden die größeren Säle (Cinema und Atelier) auf 100 Personen begrenzt. In kleineren Sälen (etwa das Souterrain) beschneiden sich die Filmkunstkinos nach eigenen Angaben selbst. „Ich habe Bedenken, so viele Leute in die kleinen Säle zu lassen“, sagt Somnitz. Daher werden dort vorerst nur etwa die Hälfte der eigentlich möglichen Sitzplätze belegt.

Wie die Erstellung des Sitzplans genau abläuft, müssen die Leiter der jeweiligen Filmkunstkinos noch erarbeiten. Nicht alle Säle verfügen über eine Sitzplatznummerierung. Die muss jetzt angebracht werden. Als „neue Herausforderung“, aber auch als Chance empfindet Somnitz die Lockerungen. Wenn mehr Personen eingelassen werden, sei der Kinobetrieb wirtschaftlicher. Allerdings müsse in den kommenden Wochen bei den Kinobesuchern weiter das Vertrauen in das Konzept wachsen. Die Nachfrage sei geringer als sonst, sagt Somnitz, der die Unsicherheit der Menschen völlig nachvollziehen kann.

Theater an der Luegallee. Einen „weitestgehend normalen Theaterbetrieb“ erhofft sich Christiane Reichert, Leiterin des Theaters an der Luegallee in Düsseldorf, von den neuen Lockerungen. Seit dem 4. Juni finden in dem Theater wieder Vorstellungen statt – allerdings vor nur 25 Personen. Ab Montag können wieder Karten für 55 der insgesamt 75 Plätze verkauft werden. Zwischen Bühne und Publikum müssen drei Meter Abstand eingehalten werden. Dieser Umstand schmälere die Anzahl der Sitzplätze, erklärt die Theaterleiterin.

Obwohl ab Montag unter „fast normaler Auslastung“ Theater gespielt werden könne, bereitet sich Reichert auf einen „harten Sommer“ vor. Sie bemerkt, dass die Nachfrage nach Theater gesunken ist. Die Leute seien vorsichtig. Doch Reichert ist optimistisch: Die vergangen zwei Wochen seien eine Art „Testlauf“ gewesen, als Prüfung des Konzepts. Zwischenfälle habe es nicht gegeben. Daher freut sich Reichert, wieder mehr Menschen erreichen zu können. Den gerinen Mehraufwand - die Erfassung eines Sitzplanes - nehme sie dafür gerne in Kauf. Denn Reichert ist es ein Anliegen, dass Theater stattfindet. Sie sagt: „Das Angebot muss da sein. Die Leute sind kulturell ausgehungert.“