"Coriolanus"

Im Wettbewerb trat bei der Berlinale gestern ein Star aus Hollywood auf: Schauspieler Ralph Fiennes ("Der englische Patient") präsentierte seine erste Regiearbeit: "Coriolanus". Der Clou der Produktion besteht darin, die Shakespeare-Tragödie, die im vierten Jahrhundert vor Christus in Rom spielt, in unsere Gegenwart zu verlegen – ohne den Text zu bearbeiten.

Leider ist daraus ein zwar wuchtiger, aber auch langweiliger Film geworden, ein Streber-Film. Fiennes spielt selbst einen Offizier, der in einem Land, das Iran sein kann oder Irak oder Afghanistan, durch Kampf zu Ruhm kommt. Daheim wird er sodann Senator, wendet sich aber alsbald gegen das eigene Volk. Es ist der hohe Ton, der hier stört, er passt nicht, es wirkt schlicht gewollt. Jamben im Trommelfeuer. Viel Lärm um nichts. hols

(RP)
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