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Charlie Hebdo: 18-jähriger Deutscher gewinnt Karikaturpreis der französischen Satirezeitschrift

Französische Satirezeitschrift : 18-jähriger Deutscher gewinnt Karikaturpreis von „Charlie Hebdo“

Ein 18 Jahre alter Deutscher hat den „Charlie“-Preis der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ gewonnen. Die Zeichnung von Tyll Peters aus Rellingen sowie die eines zweiten Gewinners, eines 24-jährigen Franzosen, hatten die Experten überzeugt.

Das gab die Zeitschrift in Paris bekannt. Gleichzeitig habe die Jury aus Karikaturisten sich nicht zwischen diesen beiden entscheiden können. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 258 Zeichnungen eingeschickt.

Der in diesem Jahr neue ins Leben gerufene Wettbewerb unter dem Motto „Leben ohne Handy“ hatte sich ausschließlich an 18- bis 25-Jährige gerichtet. Die beiden Gewinner-Karikaturen waren am Mittwoch in der Zeitschrift veröffentlicht worden. Zuvor hatte das „Hamburger Abendblatt“ berichtet.

Der Norddeutsche Tyll Peters hatte eine Zeichnung eingeschickt, auf der eine Höhlenfrau eine - mithilfe von Emojis an die Felswand geschriebene - Nachricht ihres Mannes liest und darüber verärgert ist. Sie lautet übersetzt: „Warte nicht auf mich. Bin mit den Jungs unterwegs. Ich jag mir nachher was.“ Als Zeichen benutzt Peters unter anderem Gesichter von Höhlenmenschen, eine Uhr, ein Kreuz, ein Beil und ein Schwein.

Weil sich die Verkündung der Gewinner wegen der Corona-Pandemie rund zwei Monate verzögert hatte, sei die Benachrichtigung für ihn „wie aus dem Nichts“ gekommen, sagte Peters dem „Hamburger Abendblatt“. „Ich war überrascht und habe mich sehr gefreut.“ Vor allem sei es eine große Ehre für ihn als Nicht-Franzosen, bei „Charlie Hebdo“ zu den Gewinnern zu gehören, zitiert das Blatt den 18-Jährigen. Der Preis soll im September in Paris verliehen werden.

Im Januar 2015 waren bei einem islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion des Pariser Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris zwölf Menschen ermordet worden.

(felt/dpa)