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Buch-Kritik: Wolfgang Kaes: Die Kette

Buch-Kritik : Wolfgang Kaes: Die Kette

Der Waffenhändler Heinz Lewandowski und seine Freundin werden ermordet. Der Verdacht liegt nahe, dass das Motiv mit den zwielichtigen Geschäften des Mannes zusammenhängt. Und alle Beweise deuten auch darauf hin. Aber Kommissar Jo Morian ist skeptisch...

Dann erreicht ihn ein Anruf seines Freundes Max Maifeld, der auf Fuerteventura lebt: Eine frühere Kollegin von ihm, die Journalistin Iris Cronenberg, die ihn besucht hat, ist plötzlich verschwunden. Er bittet Morian herauszufinden, ob sie nach Deutschland zurückgekehrt ist. Außerdem soll der Polizist mehrere Telefonnummern im europäischen Ausland überprüfen.

Obwohl eigentlich mit dem Mord an Lewandowski beschäftigt, lässt sich Morian in den Fall um die vermisste Journalistin hineinziehen. Das bringt ihm Ärger mit seinem Chef und Zwangsurlaub ein. Morian nutzt die erzwungene Pause und fliegt nach Fuerteventura. Er und Max kommen einem ungeheuerlichen Komplott auf die Spur.

Krimileser kennen Jo Morian und Max Maifeld bereits aus Wolfgang Kaes' erstem Roman "Todfreunde". Der damalige Fall hat - das erfahren wir jetzt - bei beiden tiefe Spuren hinterlassen: Max hält sich seitdem versteckt, Morians Ehe ist an den schrecklichen Ereignissen von damals zerbrochen.

"Die Kette" ist also sozusagen eine Fortsetzung von "Todfreunde" - jedenfalls, was die beiden Protagonisten angeht. Deren Entwicklung ist dem Autor hervorragend gelungen: Morian, desillusioniert, frustriert, und Maifeld, heimatlos, gelangweilt, unterfordert in seinem unfreiwilligen Exil. Und als Fels in der Brandung - der Amerikaner Hurl.

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Auch was die Handlung der Geschichte angeht, ist "Die Kette" uneingeschränkt zu empfehlen. Die Geschichte ist spannend und - bei all ihrer Ungeheuerlichkeit - auch durchaus nachvollziehbar. Sie ist komplex, aber nicht überfrachtet. Mit Kriminalkommissarin Antonia Dix und Iris Cronenberg hat Kaes überdies zwei neue Protagonistinnen eingeführt, die auch in weiteren Morian/Maifeld-Fällen eine Rolle spielen könnten.

(AP)