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US-Kult-Autor: Thomas Berger ist tot

US-Kult-Autor : Thomas Berger ist tot

Der renommierte US-Romancier Thomas Berger ist tot.Er sei wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag am 13. Juli in New York gestorben, teilte seine Agentin Cristina Concepcion am Montag mit.Demnach hatte sich Bergers Gesundheitszustand zuletzt verschlechtert.

Bekanntheit erlangte Berger vor allem durch seinen Historienroman "Little Big Man" (dt. Der letzte Held. Ein Superwestern) von 1964, in dem er den amerikanischen Western wiederbelebte. Das launige Werk handelt vom 111-jährigen Jack Crabb, der nach eigener Aussage mit dem Indianerstamm der Cherokees in der legendären Schlacht am Little Big Horn kämpfte. Der Roman wurde 1970 unter gleichem Namen mit Hollywoodstar Dustin Hoffman in der Hauptrolle verfilmt.

Berger galt aus Sicht zahlreicher Kritiker als meisterhafter Erzähler so unterschiedlicher Stoffe wie Detektivgeschichten oder gesellschaftskritischer Themen. Insgesamt verfasste Berger, einer der letzten großen US-Autoren, die im Zweiten Weltkrieg dienten, mehr als 20 Bücher. 1984 war er mit "The Feud" im engeren Rennen um den Pulitzer-Preis für Belletristik, stattdessen wurde aber ein anderer Roman aus der Zeit der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren ausgezeichnet, "Ironweed" von William Kennedy.

Neben "Little Big Man" wurden auch weitere Bücher Bergers verfilmt, darunter "Die verrückten Nachbarn" mit John Belushi und Dan Aykroyd und "Meeting Evil" mit Samuel L. Jackson und Luke Wilson.

Berger erfuhr nie den gleichen Ruhm wie andere führende Schriftsteller seiner Zeit, zum Beispiel Norman Mailer und Kurt Vonnegut, er erarbeitete sich aber eine treue Fangemeinde, die ihn als witzigen Moralisten der amerikanischen Gegenwart und Vergangenheit sah.

Berger wurde in Cincinnati geboren und war schon in jungen Jahren der Literatur zugetan. "Sehr früh in meinem Leben habe ich entdeckt, dass die Realität für mich oft entweder langweilig oder nervig war", sagte er einmal. "Und auch wenn ich all die beliebten Spiele spielte, die einen Ball beinhalten, Haken in Wasser absenkte und besonders Pistolen abfeuerte, waren mir die Freuden der Fantasie lieber als die des Erlebten, und ich las ohne Pause."

Berger war von 1943 bis 1946 beim Militär und nutzte auch einige seiner Erlebnisse in Deutschland für seinen Debütroman "Crazy in Berlin".

(ap)