Buch-Kritik: Tad Williams: Shadowmarch

Buch-Kritik : Tad Williams: Shadowmarch

Als neuer J. R. R. Tolkien wird Tad Williams, Verfasser des Bestsellers "Otherland", gefeiert. "Die Grenze" ist der erste Teil seiner Trilogie "Shadowmarch". Düstere Geheimnisse ranken sich um den Kontinent Eion und das Land Südmark, in dem Mysteriöses geschieht und das von schwerem Unheil bedroht ist.

Viele Jahre ist es her, dass die Bewohner Eions das so genannte Zwielichtvolk in den Norden vertrieben. Damals schottete sich das zurückgedrängte Volk durch eine für Menschen nahezu undurchdringliche Schattengrenze ab, doch nun wollen die Krieger des Zwielichtvolkes offenbar zurückkehren und bilden ein mächtiges Heer. Auch von Süden droht Gefahr: Der machtgierige Autarch des Landes Xand bereitet einen Angriff vor, nachdem er König Olin von Südmark gefangen genommen hat. Alle Verantwortung lastet nun auf dessen Kindern, der 15-jährigen Prinzessin Briony und ihrem Zwillingsbruder Kendrick.

Die komplexe Handlung entwickelt sich an mehreren Schauplätzen: Briony und Kendrick suchen zwischen den Intrigen am Hof eine Lösung, ihren Vater aus der Gefangenschaft auszulösen. In Xand wird die Priesterin Qinnitan mit dem Autarchen verheiratet und sieht sich in gefährliche Ränkespiele ihrer Konkurrentinnen verwickelt. Derweil nimmt ein Ehepaar vom Volk der kleinen Funderlinge einen Jungen von der anderen Seite der Schattengrenze auf, der offenbar ein Geheimnis bewahrt.

Williams hat ein spannendes und atmosphärisches Abenteuer geschaffen, das allerdings aufgrund seiner Vielzahl von Personen und Hintergrundinformationen hohe Konzentration erfordert. Nach und nach löst der Autor im ersten Teil der Trilogie viele Rätsel auf, schafft aber gleichzeitig neue. Wie schlüssig er seine Handlungsstränge zusammenführt und dabei den Spannungsbogen beibehält, müssen die jeweils im Abstand eines Jahres erwarteten Bände II und III zeigen.

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