Philip Roth gestorben - US-Schriftsteller stirbt an Herzversagen

US-Schriftsteller : Philip Roth gestorben

Der preisgekrönte US-Autor Philip Roth ist tot. Er starb nach Angaben seines Agenten Andrew Wylie im Alter von 85 Jahren an Herzversagen. Roth galt als einer der wichtigsten Schriftsteller seiner Generation.

Philip Roth stammte aus Newark im US-Bundesstaat New Jersey. Er war 1933 geboren und von jüdischen Immigranten unter einfachsten Verhältnissen aufgezogen worden. Fast drei Dutzend Bücher veröffentlichte Roth im Lauf seiner Karriere, oft eines pro Jahr. Sarkastisch, humorvoll, voller Melancholie. Viele davon spielen im Newark seiner Jugend.

Bekannt wurde er 1959 mit seinem Werk „Goodbye, Columbus: Ein Kurzroman und fünf Stories“. Weitere bekannte Werke sind die Roman-Trilogie „Der Ghostwriter“, „Zuckermans Befreiung“ und „Die Anatomiestunde“. Der Künstler gewann den Pulitzer-Preis für „Amerikanisches Idyll“ und wurde immer wieder für den Literatur-Nobelpreis gehandelt.

Roth lebte in New York und Connecticut. 2012 schockte der US-Schriftsteller den Literaturbetrieb, als er seinen Ruhestand ankündigte. „Der Kampf mit dem Schreiben ist vorbei“, hatte er sich damals auf einen gelben Zettel geschrieben und auf seinen Computer geklebt. „Jeden Morgen schaue ich auf diesen Zettel, und das gibt mir sehr viel Kraft.“

Roth war am 19. März 85 Jahre alt geworden. Zu seinem Geburtstag sagte der Schriftsteller, er bereue seinen Ruhestand nicht: „Die Bedingungen, die mich dazu gebracht haben, mit dem literarischen Schreiben aufzuhören, haben sich ja nicht verändert.“

Schon 2010 habe er das Gefühl gehabt, dass seine beste Arbeit hinter ihm liege. „Ich hatte einfach nicht mehr die geistige Lebhaftigkeit oder die verbale Energie oder die physische Fitness um einen großen kreativen Angriff auf eine komplexe Struktur wie einen Roman zu starten. Jedes Talent hat seine Bedingungen, seine Beschaffenheit, sein Ausmaß, seine Kraft - nicht jeder kann für immer ergiebig sein.“

(wer/dpa/AP/AFP)
Mehr von RP ONLINE