Perry Rhodan erfindet sich neu - Band 3000 von deutscher Romanserie

Band 3000 von deutscher Romanserie: Perry Rhodan erfindet sich neu

Am 15. Februar erscheint Band 3000 der deutschen Science-Fiction-Serie „Perry Rhodan“. Ein drastischer Neuanfang soll Neugierigen den Einstieg leicht machen.

Seit dem 8. September 1961 fliegt er Woche für Woche durchs All. Er löst Rätsel vergangener Kulturen zwischen den Sternen, erlebt kosmische Wunder und versucht, die Erde und die Menschheit zu beschützen: Perry Rhodan und seine Weggefährten, deren fiktive Roman-Geschichte mit der ersten Mondlandung 1971 beginnt. Dort trifft der US-Astronaut auf Außerirdische und beginnt das Abenteuer – das bis heute dauert.

Entstanden ist Perry Rhodan aus einer Idee der beiden deutschen Autoren Walter Ernsting und Karl-Herbert Scheer. Die schrieben schon damals anspruchsvolle Science-Fiction-Geschichten, die als Hefte veröffentlicht wurden – und die damals von einigen verächtlich als „Groschenromane“ abgetan wurden. Doch Scheer und Ernsting wollten mehr, als nur abgeschlossene Geschichten erzählen – die auf 60 bis 64 eng bedruckten Seiten zum Ende kommen mussten. Ihre Vorstellung war, einen fortlaufenden Roman zu schreiben, der Woche für Woche fortgesetzt werden würde. Der damalige Moewig-Verlag wagte das Experiment. Man glaubte aber nur an 30, vielleicht 50 Folgen. Dann würde das Interesse nachlassen.

Nun erscheint Band 3000. Und weil Ernsting und Scheer schon 1961 erkannt hatten, dass sie alleine die Arbeit nicht bewältigen konnten, luden sie weitere Autoren ein – um an der Serie mitzuarbeiten. Über die Jahrzehnte hat sich daran nichts geändert. Mit der Zeit kamen andere Schriftsteller dazu oder sie folgten nach, wenn Todesfälle das Team dezimiert hatten. Über die sechs Jahrzehnte haben so mehrere Dutzend Menschen die Romane geschrieben. Sie haben fantastische Welten und Universen geschaffen, schillernde Charaktere, exotische Kulturen und Religionen.

Derzeit sind es elf Schriftsteller, die an der „Geschichte der Menschheit in der Zukunft“ – so ein alter Marketing-Slogan – arbeiten. Ab und zu stoßen sogar Bestseller-Autoren wie Andreas Eschbach dazu, der 2011 über die Serie sagte: „Seit Erfindung der Schrift ist niemals und nirgends eine längere fortlaufende Geschichte erzählt worden als Perry Rhodan“. Und die setzt längst auch auf Hörbucher und E-Books oder bringt kürzere Nebenserien und Taschenbücher raus – mit Erzählungen, die alle im großen Perry-Rhodan-Universum angesiedelt sind. Die weltweite Auflage hat längst die Marke von einer Milliarde überschritten: Unter anderem in Japan, Brasilien, Frankreich, Tschechien und den Niederlanden kennt man den Weltraumhelden.

Die vielen Romane aber sind auch zu einer Hürde für Neugierige geworden, die abgeschreckt werden von der Bandnummer 3000. Zu viel scheint man verpasst zu haben, um überhaupt zu verstehen, worum es geht. Darum hat sich das Autorenteam zu einem radikalen Schnitt entschlossen. Der nun veröffentlichte Roman von Win Vandemann und Christian Montillon trägt den Namen „Mythos Erde – Die Zeit ändert alles“. Und der Titel ist eine programmatische Erklärung: Die Geschichte um Perry Rhodan macht einen Sprung über mehrere hundert Jahre, die der Held indes nicht miterlebt. Quasi im Tiefschlaf wacht er erst nach langer Zeit wieder auf. Die Verhältnisse in der Milchstraße haben sich indes so radikal verändert, dass er sich selbst erst zurechtfinden muss – und er nimmt so auch neue Leser mit. Die alte Serie erfindet sich nach 57 Jahren neu.

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