Nobelpreis-Juror sauer auf schweigenden Bob Dylan - Literaturnobelpreis 2016

Literaturnobelpreis 2016: Nobelpreis-Juror sauer auf schweigenden Bob Dylan

Das anhaltende Schweigen des frisch gekürten Literatur-Nobelpreisträgers Bob Dylan geht der schwedischen Akademie auf die Nerven.

Jury-Mitglied Per Wastberg sagte der Zeitung "Dagens Nyheter" vom Samstag, die fehlende Reaktion des Sängers auf den Preis sei voraussehbar gewesen, aber nichtsdestotrotz respektlos. "Man kann sagen, dass das unhöflich und arrogant ist."

Wastberg sagte, die Akademie hoffe immer noch, mit dem 75-jährigen Künstler in Kontakt zu kommen. Seit der Verkündung am 13. Oktober habe man ihn aber nicht erreichen können. Der Preis wird am 10. Dezember in Stockholm verliehen. Der Liedermacher werde für seine poetischen Neuschaffungen in der großen amerikanischen Gesangstradition geehrt, hieß es zur Begründung der Auszeichnung. Damit erhält erstmals in der langen Geschichte des Literaturnobelpreises ein Musiker die renommierte Auszeichnung.

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Dylan hat die Verkündung des Nobelpreises während seiner Konzerte bislang unkommentiert gelassen. Auf seiner Webseite gibt es aber einen kleinen Hinweis auf die Auszeichnung. Der Ausnahmemusiker hat im Laufe der Jahre verschiedene Ehrungen akzeptiert, darunter einen Pulitzer-Ehrenpreis und die Freiheitsmedaille des US-Präsidenten.

Bislang haben erst zwei Personen den Literaturnobelpreis abgelehnt. Boris Pasternak tat dies, nachdem er 1958 von den sowjetischen Behörden unter Druck gesetzt worden war. Sechs Jahre später nahm auch Jean-Paul Sartre den Preis nicht an - der Franzose war dafür bekannt, alle offiziellen Ehren zurückzuweisen.

(felt/ap)