Buch-Kritik: Jonathan Smith: Fenster zur Nacht

Buch-Kritik : Jonathan Smith: Fenster zur Nacht

Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs wird Patrick Balfour, Direktor einer Londoner Privatschule, aus heiterem Himmel der Unzucht mit Minderjährigen bezichtigt. Balfour ist unschuldig, doch die Beweise für seine angeblichen Taten scheinen unwiderlegbar ... "Fenster zur Nacht" von Jonathan Smith ist ein spannender Psychothriller über den Diebstahl einer Identität.

Das friedliche Leben des Schulleiters gerät massiv in Gefahr, als eines Tages Inspektor Bevan von der Londoner Polizei in seinem Büro erscheint und ihn mit diversen Beschuldigungen konfrontiert. Zum einen soll der Schulleiter eine Tankrechnung nicht bezahlt haben, was Videoaufnahmen beweisen und zum anderen sind Fotos aufgetaucht, die Schüler in eindeutigen sexuellen Posen in seiner Schulwohnung zeigen. Balfour kann die Vorwürfe nicht entkräften, da er kein Alibi hat. Auch erreichen den Direktor via E-Mail ständig Nachrichten von einem Unbekannten, die eindeutig bedrohlich sind. Mit der Hilfe seines Stellvertreters, zu dem er nicht immer das beste Verhältnis hatte, nimmt Balfour die Suche nach dem Täter innerhalb seines Lehrkörpers auf, aber der Schuldige ist schwer auszumachen.

"Fenster zur Nacht" ist kein Krimi im herkömmlichen Sinne - kein Blut und keine Leichen, aber dennoch ist er überzeugend und beängstigend. Seine eindringliche Schilderung von Patrick Balfours Gefühlsleben und Ohnmacht angesichts seiner psychisch zermürbenden Situation - gepaart mit ständiger Verfolgungsangst - erzeugen in dem Roman eine gewisse beklemmende Spannung. Schwach ist aber leider das Finale, das doch sehr konstruiert wirkt.

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