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John le Carre ist tot: Britischer Autor im Alter von 89 Jahren gestorben

Britischer Bestseller-Autor wurde 89 : John le Carré ist gestorben

Mit seinem Thriller „Der Spion, der aus der Kälte kam“ schaffte John le Carré 1963 den Durchbruch. Jetzt ist der Autor intelligenter Spionageliteratur im Alter von 89 Jahren gestorben.

Der Bestseller-Autor John le Carré ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Le Carré, der mit bürgerlichem Namen David Cornwell hieß, war am besten für seine Spionage-Romane bekannt. Er starb bereits am Samstag an einer Lungenentzündung, das teilten der Verlag Penguin Books und sein Agent Jonny Geller am Abend mit. Kostenpflichtiger Inhalt Unseren Nachruf auf John le Carré lesen Sie hier.

Nach Angaben seiner Familie erlag der Autor einer Lungenentzündung. Er sei nach "kurzem Kampf gegen die Krankheit" gestorben, ließ die Familie über Geller mitteilen.

Geboren wurde le Carré am 19. Oktober 1931 in der südenglischen Grafschaft Dorset. Geheimnisse, Verrat und Lügen durchzogen sein familiäres Umfeld. Das waren auch die Themen, die er in seinem literarischen Werk verarbeitete. Seine Mutter verließ die Familie, als er fünf Jahre alt war. Sein Vater war ein Hochstapler, der zwischen erschwindeltem Reichtum und dem Gefängnis pendelte. Mit ihm setzte sich le Carré in vielen Büchern auseinander, wie zum Beispiel in „Ein blendender Spion“ (1986).

Le Carré studierte Germanistik in der Schweiz und arbeitete schließlich als Agent für den britischen Geheimdienst – allerdings nicht besonders erfolgreich. Währenddessen fing er an zu schreiben; mit seinem dritten Roman - „Der Spion, der aus der Kälte kam“ - schaffte er den Durchbruch. Er wurde bekannt für seine intelligenten und spannungsgeladenen Spionageromane, die sich vor allem um den Kalten Krieg drehten.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">John le Carré, the great chronicler of our age, has died. Read the statement from Penguin Books here <a href="https://t.co/H50o1V6dSw">https://t.co/H50o1V6dSw</a></p>&mdash; John le Carré - News (@lecarre_news) <a href="https://twitter.com/lecarre_news/status/1338250894673141760?ref_src=twsrc%5Etfw">December 13, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Gut und Böse verschmolzen miteinander, die Agenten waren keine Helden, sondern Menschen mit Stärken und Schwächen. Ein zentraler Charakter war der desillusionierte Meisterspion George Smiley, der von seiner Frau betrogen wurde und an der skrupellosen Realität seiner Branche litt. Seinen bekanntesten Auftritt hatte Smiley im Bestseller „Dame, König, As, Spion“ (1974), der 2011 mit Gary Oldman neu verfilmt wurde.

Der Fall des Eisernen Vorhangs veränderte le Carrés Blickwinkel: Seine Bücher handelten nun von Waffenhandel, Machenschaften von Pharma-Konzernen, dem Krieg gegen den Terror oder der russischen Mafia.

Geller würdigte den Verstorbenen als "große Figur der britischen Literatur". Der Agent rühmte Le Carrés auch als Menschen und hob dessen "Liebenswürdigkeit, "Humor" und "Intelligenz" hervor. US-Schriftstellerkollege Stephen King würdigte Le Carré in einer Botschaft im Internetdienst Twitter als "literarischen Giganten" und "humanitären Geist".

(juju/dpa)