Buch-Kritik: Jac. Toes: Der freie Mann

Buch-Kritik : Jac. Toes: Der freie Mann

Gefesselt von der Magie des Tango verliebt sich Physiotherapeut Harold Daver nur drei Monate nach seiner Hochzeit neu. Der etwas dröge Mittdreißiger tanzt mit der Argentinierin Isabelle und glaubt, er könne seine unverarbeitete Vergangenheit hinter sich lassen. Plötzlich wird seine Noch-Ehefrau Francien brutal ermordet. Daver gerät ins Visier der Ermittler.

Der Traum vom neuen Leben wird zum Albtraum. Der niederländische Krimi-Autor Jac. Toes, einer der bekanntesten seines Landes und 1997 für seinen Marathon-Thriller "Fotofinish" für den besten niederländischen Krimi ausgezeichnet, erzählt in seinem neuen Buch die Geschichte eines Mannes, der versucht, vor sich selbst zu fliehen. Im Tango findet er eine Scheinwelt, in der er glaubt, ein anderer sein zu können. Entsprechend ausführlich verliert sich der Roman dann auch in den Tanzszenen.

Dagegen ist die eigentliche Handlung eher knapp. Am Ende - nach einem desperaten Argentinien-Trip - merkt Daver, dass die Liebe ihn blind gemacht hat und er weder vom Tango noch von dem verwirrenden Geflecht aus Tricks, Intrigen und falschen Fährten etwas verstanden hat. Dem Leser geht es ganz ähnlich: Es bleiben viele Fragen - und Tango tanzen hat man durch das Buch auch nicht gelernt.

(AP)