Von Italia Walter bis Lena Gercke: "Im nächsten Leben werde ich Spielerfrau"

Von Italia Walter bis Lena Gercke: "Im nächsten Leben werde ich Spielerfrau"

Verwöhnte Tussis und schöne Aushängeschilder? Von wegen. Dass das Leben als Spielerfrau auch nicht immer ein Zuckerschlecken ist, zeigt Christine Eisenbeis in ihrem neuen Buch "Im nächsten Leben werde ich Spielerfrau". Und das hat mehr zu bieten, als bloße Klischees zwischen Klappendeckeln.

Wer ist eigentlich die Mutter aller Spielerfrauen? Etwa Claudia Effenberg? Oder Gabi Schuster? Vielleicht Bianca Illgner? Von wegen: Es ist Italia Walter! Die Gattin des Weltmeister-Helden von 1954 war die erste Managerin im Fußball - und ihrer Zeit weit voraus.

Dabei hatte Sepp Herberger seinen Kapitän gewarnt: "Die kann nicht kochen, die kann nicht nähen, die macht unseren Fritz fertig." Ein erstaunliches Kapitel im Buch von Christine Eisenbeis. Die Journalistin hat einen Spruch von Mehmet Scholl zum Titel des unterhaltsamen 176-Seiten Werks gewählt: "Im nächsten Leben werde ich Spielerfrau."

Ita Bortoluzzi - dunkelhaarig, temperamentvoll, mit italienischen Wurzeln - arbeitete als Dolmetscherin für die französischen Alliierten und wurde Fritz Walters Gattin. Sie sorgte mit dafür, dass der Spieler vom 1. FC Kaiserslautern zum ersten Star des deutschen Fußballs aufstieg: Fritz Walter wurde Repräsentant unter anderem von Adidas, Hipp und Neckermann. "Die Frau macht den Mann", sagte der Held des "Wunders von Bern" einmal.

Die Spielerfrau als Anhängsel

Die Frau schmückt den Mann - heißt es heute oft, wenn die Lebensgefährtinnen der hoch bezahlten Kicker in der Öffentlichkeit auftreten. "Die Spielerfrau wird automatisch auf den Spieler beziehungsweise auf ihr Dasein als sein Anhängsel reduziert", schreibt Eisenbeis und beruft sich dabei auf deren Bild in den Medien. Schließlich kennt man vor allem die Stilikonen wie die Models Sarah Brandner, Freundin von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, und Lena Gercke (Sami Khedira) oder Sylvie van der Vaart.

In einer anderen Liga spielen da Victoria Beckham - "der Tod des Fußball", wie Uli Hoeneß einmal sagte - und Coleen Rooney. "Sie ist die erste Frau, der es gelungen ist, ihr Dasein als Spielerfrau zum Beruf zu machen", sagt Eisenbeis. Die Ehefrau von ManUnited-Star Wayne Rooney hat eine eigene Fernsehshow, Sponsorenverträge, eine Kolumne in einem Klatschmagazin, sie veröffentlichte Fitnessbücher und DVDs.

Dass die "WAGS" (wives and girlfriends) ganz anders sein können, hat Teresa Enke verdeutlicht: Nach dem Suizid von Nationaltorwart Robert Enke stand da plötzlich diese unglaublich starke Frau in der Öffentlichkeit. Interessant wird das Buch (Untertitel: "Ein Phänomen wird abgeschminkt") vor allem dann, wenn es um die Lebensgefährtinnen von Profis geht, die keine großen Stars sind: Gordon Schildenfeld (Eintracht Frankfurt), Patrick Ochs (VfL Wolfsburg) oder Sascha Mölders (FC Augsburg).

Das Leben ist nicht immer leicht

Es sind einfach Frauen, die ihr Leben leben. "Ich habe weder Putzfrau noch eine Babysitterin oder eine Oma hier", erklärt Ivonne Mölders, Mutter von vier Kindern. Nina Christmann, Freundin von Patrick Ochs, engagiert sich für die Tierschutzorganisation Peta. Ihre Sommerferien verbringt sie schon mal mit der Rettung von verwahrlosten und kranken Hunden in Südeuropa.

"Es kann sich ziemlich beschissen anfühlen dieses Leben", erzählte Ivana Schildenfeld in einer Phase, als sie schwanger war und mit der vierjährigen Tochter wieder einmal umziehen musste, im Hotel lebte und einen Kindergartenplatz suchte. "Wenn du mit einem Profifußballer verheiratet bist, gibst du nicht nur deine Pläne auf, sondern auch dich selbst", meinte die Kroatin. Über Heimweh dürfe man als Spielerfrau nicht groß klagen: "Die Leute glauben, ein Burberry-Mantel könnte alles heilen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das wahre Leben der Spielerfrauen

(dpa)
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